Meine Meinung: Deshalb macht DFB-Auftritt trotz Niederlage Mut!

Paris - Ärgerliche Niederlage! Die stark auftretende DFB-Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw hat das wichtige Nations-League-Spiel gegen Frankreich zwar mit 1:2 verloren - der Auftritt macht aber dennoch Mut für die Zukunft.

Krasser Kontrast: Die deutschen Spieler um Mats Hummels (r.), Leroy Sané (M.) und Niklas Süle (l.) gucken betreten in die Gegend, während die französischen Fans ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln.
Krasser Kontrast: Die deutschen Spieler um Mats Hummels (r.), Leroy Sané (M.) und Niklas Süle (l.) gucken betreten in die Gegend, während die französischen Fans ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln.  © DPA

Denn die deutsche Mannschaft spielte wie ein wahres Team und hatte den Weltmeister am Rande einer Niederlage.

Das war mit Blick auf die Aufstellung nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Schließlich hatte Löw mit Jérôme Boateng (30), Thomas Müller (29), Jonas Hector (28) und auch Emre Can (24) sowie Mark Uth (27) gleich mehrere erfahrene Kräfte nicht aufgeboten und stattdessen mit Thilo Kehrer (22), Leroy Sané (22), Niklas Süle (23), Serge Gnabry (23) und dem international unerfahrenen Nico Schulz (25) vornehmlich junge Spieler gebracht.

Die traten - angeführt von den verblieben erfahrenen Kickern wie Manuel Neuer (32), Mats Hummels (29) und Toni Kroos (28) - genau so auf, wie vom Bundestrainer erhofft: Frisch, frech, mutig und mit viel Tempo.

Die Franzosen mussten daher frühzeitig feststellen, dass eine ganz andere DFB-Elf als noch bei der 0:3-Pleite gegen die Niederlande auf dem Rasen stand.

Das lag nicht nur am neuen Spielsystem, das sich an den Stärken der Akteure orientierte, sondern auch an den erstklassigen deutschen Kombinationen und der spielerischen Freude.

Ernüchterung beim Trainerteam um Joachim Löw (r.), Co-Trainer Oliver Sorg (M.) und Torwarttrainer Andreas Köpke (l.).
Ernüchterung beim Trainerteam um Joachim Löw (r.), Co-Trainer Oliver Sorg (M.) und Torwarttrainer Andreas Köpke (l.).  © DPA

So hatten die Franzosen vor allem in der ersten Hälfte große Probleme mit Deutschlands pfeilschnellen Flügelflitzern wie Sané, Gnabry, Schulz und Timo Werner.

Doch DAS Problem des Jahres 2018 wurde auch in dieser Partie wieder offensichtlich: Deutschland fehlt vor dem gegnerischen Tor die Effektivität.

Ein Sinnbild für die schlechte deutsche Chancenverwertung war in dieser Begegnung Sané, der seinen Gegenspielern zwar immer wieder sehenswert davon sprintete und mit seiner Flanke den Handelfmeter herausholte, aber wie unentschlossen der Manchester-City-Star vor dem Tor agierte, war zum Haare raufen.

So lief er frei auf Frankreichs Torhüter Hugo Lloris zu, spielte er einen ungenauen Querpass auf Werner, anstatt selbst abzuschließen und das beruhigende 2:0 zu erzielen.

Da auch viele weitere, mitunter hochkarätige Gelegenheiten ausgelassen wurden, kam Frankreich mit der ersten echten Chance zurück ins Spiel.

Joshua Kimmich (l.) gestikulierte nach der bitteren Pleite in Richtung der Zuschauer und musste von Kapitän Manuel Neuer (r.) beruhigt werden.
Joshua Kimmich (l.) gestikulierte nach der bitteren Pleite in Richtung der Zuschauer und musste von Kapitän Manuel Neuer (r.) beruhigt werden.  © DPA

Hier war ein Unterschied zu erkennen. Denn der Weltmeister nutzte seine Möglichkeiten durch Antoine Griezmann eiskalt aus.

Allerdings muss erwähnt werden, dass der französische Elfer, der den Sieg brachte, ein Geschenk des serbischen Schiedsrichters Milorad Mazic war. Denn Blaise Matuidi war Hummels auf den Fuß getreten - und nicht umgekehrt.

Ob Frankreich die Partie ohne diesen Elfmeter gewonnen hätte, ist zweifelhaft. Denn die deutsche Elf verteidigte die überragende französische Offensive so gut, dass deren Superstar Kylian Mbappé sich überhaupt nicht entfalten konnte.

Auch wenn der deutschen Mannschaft das Spielglück fehlte, macht dieser mutige, frische und mitreißende Auftritt Mut für die Zukunft.

Schließlich wurde der Konkurrenzkampf durch Löws Entscheidungen weiter verschärft. Die alteingesessenen Spieler werden nun verstärkt um ihren Platz im Team kämpfen müssen.

Der Umbruch wurde von Löw mit diesem Spiel eingeleitet. Gerade noch rechtzeitig?


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