Chancenwucher! Deutschland verpasst Sieg gegen serbische B-Elf

Wolfsburg - Wie bitter! Trotz bester Chancen in der zweiten Halbzeit hat es die deutsche Nationalmannschaft beim 1:1 (0:1) gegen Serbien verpasst, sich zu belohnen.

DFB-Stürmer Timo Werner vergab im ersten Abschnitt zwei Großchancen.
DFB-Stürmer Timo Werner vergab im ersten Abschnitt zwei Großchancen.  © DPA

Die Tore in der Volkswagen Arena erzielten Luka Jovic zum 1:0 für Serbien (12. Minute), und Leon Goretzka, der zum 1:1-Endstand für Deutschland traf (69.).

Bundestrainer Joachim Löw wechselte seine Startelf im Vergleich zum 2:2-Unentschieden in der Nations League gegen die Niederlande auf sechs Positionen aus: Debütant Lukas Klostermann, Jonathan Tah, Marcel Halstenberg, Ilkay Gündogan, Kai Havertz und der frühere Wolfsburger Julian Brandt ersetzten Mats Hummels (nicht im Kader), Antonio Rüdiger, Thilo Kehrer, Toni Kroos, Nico Schulz und Serge Gnabry (alle Bank).

Die stark ersatzgeschwächten Serben hielten dem Anfangsdruck der deutschen Mannschaft diszipliniert Stand und nutzten ihre erste Chance eiskalt aus: Joshua Kimmich bekam eine kurz getretene Ecke nicht weggeköpft, vom Rücken von Uros Spajic sprang der Ball zu Luka Jovic und der Top-Stürmer von Eintracht Frankfurt hatte keine Mühe, die Kugel per Kopf aus nächster Nähe platziert über die Linie zu bugsieren - 1:0 für Serbien (12.)!

Das neuformierte deutsche Team tat sich in der Folge schwer, sich Möglichkeiten gegen die kampfstarken "weißen Adler" herauszuspielen. Die noch fehlende Abstimmung war mehrfach deutlich zu erkennen.

Das 1:0 für Serbien: Stürmer Luka Jovic (Dritter von rechts) trifft per Kopf gegen den chancenlosen Manuel Neuer (l.).
Das 1:0 für Serbien: Stürmer Luka Jovic (Dritter von rechts) trifft per Kopf gegen den chancenlosen Manuel Neuer (l.).  © DPA

So hatte Timo Werner erst nach 22 Minuten nach starkem Ballgewinn von Ilkay Gündogan und klasse Direktpass von Havertz die erste große Gelegenheit, scheiterte aber mit seinem schwachen Schuss an Serbiens Schlussmann Marko Dmitrovic.

Und Werner brachte dann auch noch das Kunststück fertig, Dmitrovic aus vier Metern anzuschießen, sodass das Leder noch neben das Tor kullerte - was für ein Chancenwucher des RB-Leipzig-Stürmers (37.)!

Davon abgesehen hatte die Begegnung in Durchgang eins zwar immer wieder ansehnliche Ballpassagen zu bieten, war insgesamt gesehen aber ereignisarm und deshalb schwere Kost.

In der 41. Minute riss dann aber eine überragende Kombination der Serben die Zuschauer von den Sitzen, doch der am Ende dieser Stafette freistehende Adem Ljajic traf das Spielgerät nicht voll und so ging sein Schuss über das Tor von Manuel Neuer.

Kurz darauf wurde die DFB-Elf mit deutlich hörbaren Pfiffen des sonst zurückhaltenden Publikums in die Kabine verabschiedet.

Unglaublich, aber wahr: Dieser Ball von Ilkay Gündogan war nicht drin, weil Nemanja Maksimovic (l.) die Kugel noch von der Linie kratzte.
Unglaublich, aber wahr: Dieser Ball von Ilkay Gündogan war nicht drin, weil Nemanja Maksimovic (l.) die Kugel noch von der Linie kratzte.  © DPA

Nach der Pause scheiterte der für Brandt eingewechselte Marco Reus ebenso an Dmitrovic (58.), wie Sané (64. + 73.), anschließend umkurvte Gündogan den Keeper, doch Nemanja Maksimovic grätschte die Pille noch von der Linie (65.).

Dann war es endlich soweit: Reus legte klasse auf den ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Goretzka zurück, der Maksimovic geschickt aussteigen ließ und wuchtig vollendete - der längst überfällige 1:1-Ausgleich für Deutschland war endlich da (69.)!

Und Deutschland spielte sich immer mehr in einen Rausch. Von den Serben war offensiv nichts mehr zu sehen.

Die DFB-Mannschaft war nun drückend überlegen und spielte richtig guten Offensivfußball, verpasste es aber, sich dafür zu belohnen.

Als der eingewechselte Milan Pavkov dann noch Sané rüde trat, gab es in der Nachspielzeit eine glasklare Rote Karte für die Gäste.

Am Sonntag (20.45 Uhr) trifft das DFB-Team zum Auftakt der EM-Qualifikation in Amsterdam auf die Niederlande.

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