Irrer Pokal-Fight! Heidenheim macht sein "Spiel des Lebens" gegen die Bayern

München/ Heidenheim - Was für ein Pokal-Wahnsinn! Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim lieferte gegen den großen FC Bayern München einen der größten Pokalfights der Geschichte.

Heidenheim-Coach Frank Schmidt am Rande des DFB-Pokal-Spiels gegen den FC Bayern.
Heidenheim-Coach Frank Schmidt am Rande des DFB-Pokal-Spiels gegen den FC Bayern.

Doch am Ende reichte es doch nicht für den Zweitligisten von der Ostalb.

In einem irren Pokalspiel sorgte Bayern-Star Robert Lewandowski mit dem 5:4 (84.) für die Entscheidung in einer Partie, mit der so keiner gerechnet haben dürfte.

Er sorgte auch für Ernüchterung, denn abgesehen von den Bayern-Anhängern, dürfte zu diesem Zeitpunkt ganz Fußball-Deutschland mit dem kleinen schwäbischen Fußballclub gefiebert haben.

Die Heidenheimer waren in der Münchner Allianz Arena nämlich drauf und dran, sich für ihr "Spiel des Lebens" auch mit dem Einzug in das Pokal-Halbfinale zu belohnen.

Dabei begann alles wie erwartet: In der zwölften Minute besorgte Leon Goretzka per Kopf die 1:0-Führung für den Rekordmeister.

Alles was danach kam, war allerdings alles andere als normal: einfach nur Spektakel!

Marc Schnatterer jubelt bei seinem Treffer zum 2:1 gegen die Bayern.
Marc Schnatterer jubelt bei seinem Treffer zum 2:1 gegen die Bayern.  © DPA

Ausgangspunkt war eine Notbremse von Bayern-Verteidiger Niklas Süle (15.), der anschließend die Rote Karte sah.

Die Situation weckte Heidenheim, die begannen, die Bayern in Grund und Boden zu kämpfen - und der Rekordmeister war plötzlich völlig verunsichert.

So drehten die Heidenheimer die Partie. Erst besorgte Heidenheims Top-Stürmer Robert Glatzel den Ausgleich (27.), dann traf Marc Schnatterer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung.

Ja, dieser Schnatterer netzte gegen den Rekordmeister ein, den Bayerns Star-Verteidiger Mats Hummels im Vorfeld der Partie noch als "Legende" bezeichnetet.

Und diese Huldigung auf den 33-Jährigen kommt nicht von ungefähr: Seit elf Jahren kickt der geborenen Heilbronner (363 Partien) für den Club von der Ostalb, der nach seinem Treffer gegen die Bayern stolz das Heidenheimer Wappen auf seiner Brust klopfte.

Derzeit noch beim Zweitliga-Club Heidenheim unter Vertrag: Robert Glatzel.
Derzeit noch beim Zweitliga-Club Heidenheim unter Vertrag: Robert Glatzel.

Als Schnatterer 2008 vom KSC nach Heidenheim wechselte, spielten die Schwaben noch in der Regionalliga.

Er machte den gesamten Heidenheimer Weg von der Viertklassigkeit bis in die 2. Liga mit, doch trotz der Erfahrung konnte er die Aufholjagd der Bayern am Mittwoch nicht aufhalten.

Nach der Pause drehte der Rekordmeister nämlich innerhalb von zwölf Spielminuten das Spiel auf 4:2 und die Heidenheimer schienen geschlagen.

Doch die Jungs von der Ostalb sahen das etwas anders. Vor allem einer: Robert Glatzel, der mit einem Wechsel zum VfB Stuttgart in Verbindung gebracht wird, besorgte mit seinem zweiten und dritten Treffer an diesem Tag den Ausgleich zum 4:4.

Alle Zeichen standen auf Fußball-Wunder!

Bis eben Lewandowksi den Heidenheimer Traum, den großen FC Bayern im Pokal-Viertelfinale zu schlagen, platzen ließ. Durch einen Handelfmeter.

Heidenheims Kult-Trainer Frank Schmidt sagte im Vorfeld der Partie, man könne das Spiel seines Lebens gegen die Münchner machen und trotzdem verlieren.

Damit hat der Coach, der Heidenheim seit 2007 betreut und in die 2. Liga führte, recht gehabt.

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