Pokal-Sensation! Aue kegelt Frankfurt raus!

Vor dem Anpfiff hatte es im Eintracht-Block mächtig gerqualmt und gekracht.
Vor dem Anpfiff hatte es im Eintracht-Block mächtig gerqualmt und gekracht.

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Mal eben 527.000 Euro eingespielt! Mit einer unglaublichen Leistungsexplosion hat der FC Erzgebirge das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht.

Vor 10750 Zuschauern bezwang Aue Bundesligist Eintracht Frankfurt. Das Tor des Tages schoss Max Wegner (74.).

Aller Frust der letzten Tage ist vergessen. Was die "Veilchen" in allen Bereichen ablieferten, war vom Feinsten. Das war bärenstark, nein, das war einfach nur grandios.

Wow! Wenn ein Maulkorb so eine Steigerung bewirkt, dann können die Auer gerne die ganze Saison schweigen. Das war Kampf, Wille und Leidenschaft. Klar klappte nicht alles, aber das war das, was alle sehen wollten. Klasse und Applaus.

Aue hielt den in quietschendem Kanariengelb spielenden Bundesligisten weg vom eigenen Tor, machte die Räume zu, stand den Frankfurtern oft mit zwei Leuten auf den Füßen.

In der Balleroberung waren die "Veilchen" sehenswert. Zudem startete der FCE immer wieder gefährliche Angriffe, die oft Christian Tiffert und Philipp Riese einleiteten.

Auf dem Notizblock standen schon nach 20 Minuten mehr gute Aktionen als in Bremen über 90. Eintracht-Keeper Lukas Hradecky rückte überraschend in den Mittelpunkt.

Hier scheiterte Max Wegner (li.) noch, später traf er zur Auer Führung.
Hier scheiterte Max Wegner (li.) noch, später traf er zur Auer Führung.

Er parierte einen Schuss von Simon Skarlatidis (10.), hielt stark gegen den frei vor ihm auftauchenden Simon Handle (13.), war gegen Mario Kvesic (26.) auf dem Posten.

Machtlos wäre er gegen Handles (41.) abgefälschten Schrägschuss gewesen, der einen Hauch am langen Pfosten vorbei strich. Wenn Aue nur ein bisschen konsequenter gewesen wäre...

Von Frankfurt war kaum etwas zu sehen. Lediglich Alex Meier (14.) kam mal gefährlich vors Tor, schoss aber drüber.

Aue blieb auch in der zweiten Hälfte das aggressivere, aktivere und vor allem bessere Team. Frankfurt blieb erstaunlich blass, kam meist nur über Konter vors FCE-Tor. Aue kurbelte, hatte mit Kvesic den besten Mann auf dem Platz. Was fehlte war das Tor.

Zwei Fragen kamen so nach 65 Minuten? Wo bleibt die Eintracht? Reicht die Auer Kraft? Antwort eins: Frankfurt kam einmal. Meier tauchte plötzlich frei vor Männel auf, doch der kochte den Torschützenkönig sensationell ab.

Antwort zwei: die Kraft hielt, sie wurde zur Urgewalt, denn der FCE traf. Nach einer tollen Kombination im Mittelfeld, an der fast alle beteiligt waren, schickte Skarlatidis Max Wegner (74.), der blieb eiskalt und traf - die Hütte bebte.

Angetrieben von den Fans überstanden die Auer Jungs auch die Schlussphase. Auch, weil der FCE nicht nur mauerte, sondern weiter frech nach vorn spielte. Am Ende lagen sich alle in den Armen und brüllten die Freude in den Nachthimmel.

Christian Tiffert und Max Wegner (li.) bejubeln den Treffer zum 1:0.
Christian Tiffert und Max Wegner (li.) bejubeln den Treffer zum 1:0.

Fotos: dpa


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