DFB-Richter stichelt gegen Ibisevic und bringt Hertha auf die Palme!

Frankfurt/Berlin - Empörung bei Hertha BSC! Während der DFB-Kontrollausschuss über den Einspruch Eintracht Frankfurts gegen die Sieben-Woche-Sperre David Abrahams verhandelt, gibt es trotz vierstündiger Verhandlung keinerlei Neuigkeiten und einen denkwürdigen Skandal, der sich kurioserweise um den unbeteiligten Kapitän von Hertha BSC dreht.

Szene des zwölften Spieltags: Beim Freiburger Heimsieg über Eintracht Frankfurt wurde SCF-Trainer Christian Streich von David Abraham umgestoßen.
Szene des zwölften Spieltags: Beim Freiburger Heimsieg über Eintracht Frankfurt wurde SCF-Trainer Christian Streich von David Abraham umgestoßen.  © dpa/Patrick Seeger

Um was geht's? Es war die Schock-Szene des elften Spieltags der Fußball-Bundesliga. Beim Freiburger 1:0-Heimsieg über Eintracht Frankfurt wurde SCF-Trainer Christian Streich von David Abraham umgestoßen (TAG24 berichtete).

Die Auseinandersetzung endete mit zwei roten Karten, eine für Frankfurts Kapitän und eine für Freiburgs Vincenzo Grifo, der in der aus dem Stoß resultierenden Rudelbildung ebenfalls mit Rot bestraft wurde.

Abraham wurde bis zum Ende der Hinrunde gesperrt, Grifo muss dreimal zuschauen - Beide Vereine legten anschließend Einspruch ein. AM gestrigen Dienstag kam es nun zur Sportgerichtsverhandlung, bei der Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, mit einem Sprüche-Feuerwerk für einige Kontroversen sorgte.

Neben mehreren flapsigen Sprüchen und kumpelhaftem Fachsimpeln über Weltstar Lionel Messi mit Frankfurts Abraham (spielten zusammen in Argentiniens U20, Anm. d. Red.) ließ Lorenz einen Spruch los, der in Berlin-Charlottenburg für massenhaftes Kopfschütteln sorgte.

Hintergrund: Für den Argentinier war es der dritte Platzverweis in der Bundesliga, sogar in einem Testspiel in der USA sah Eintrachts Kapitän eine Rote Karte. Daraufhin "scherzte" Richter Lorenz: "Vier Rote Karten in drei Jahren: Das schafft nicht mal unser Freund Ibisevic."

Bei Hertha BSC, Arbeitgeber des bosnischen Nationalspielers, kam die Aussage des Richters verständlicherweise semi gut an. Auf Twitter reagierte der Hauptstadtklub auf das Zitat mit: "Ohne Worte ... 🤐🤦🏻‍♂️". Der Tweet wurde unter anderem mit den Hashtags "#fassungslos #unvoreingenommen?" versehen.

Der Vorwurf: Schubladen-Denken beim DFB! Erst recht nach einer Diskussion, die erst in diesem Jahr entfachte, nach dem Ibisevic öffentlich kritisierte, das er von Bundesliga-Schiedsrichtern gesondert behandelt wird. Bei Sky erklärte Ibisevic seine Zweifel: "Ich spiele seit über zehn Jahren Fußball in Deutschland und werde immer wieder überrascht. Ich habe das Gefühl, dass gepfiffen worden wäre, wenn ich ein anderer Spieler wäre. Ich werde aber in eine Schublade gesteckt, in die ich nicht hineingehöre."

Vedad Ibisevic ist seit Jahren in der Bundesliga aktiv.
Vedad Ibisevic ist seit Jahren in der Bundesliga aktiv.  © dpa/Soeren Stache

Symptomatisch war eine Szene im Auswärtsspiel bei Werder Bremen. Nach einem Steilpass auf Vedad Ibisevic legte sich der Angreifer den Ball im Strafraum an Werder-Goalie Jiri Pavlenka vorbei und wird vom Keeper von den Beinen gebracht. Die Pfeife von Schiedsrichter Felix Brych blieb stumm.

Fakt ist: Selbst Bremens Finn Bartels bewertete am Sky-Mikro: "Wir hätten uns nicht über einen Elfer beschweren dürfen."

Diese Szene ließ den Bosnier verzweifeln, forderte sogar eine Verwarnung für sich selbst. "Ich habe gesagt, wenn das kein Elfmeter ist, dann ist es eine Schwalbe. Es gibt keine dritte Option", kommentierte Ibisevic. "Ich wollte eine Gelbe Karte haben. Ich habe keine Gelbe Karte bekommen, aber auch keinen Elfmeter, also ich verstehe die Welt nicht mehr." (TAG24 berichtete)

Auch Mitspieler Per Skjelbred glaubt an Verschwörung: "Ich glaube, dass es bei jedem anderen Stürmer Elfmeter gegeben hätte – nur eben bei Vedo nicht."

Ebenfalls klar: Herthas Kapitän ist kein Kind von Traurigkeit, sah in seiner Karriere fünfmal glatt Rot und einmal Gelb-Rot und reiht sich in die TOP10 im ewigen Ranking der Rotsünder ein.

DFB-Sportrichter Hans E. Lorenz sorgte mit einem flapsigen Sprüche-Feuerwerk für Aufruhe in Berlin-Charlottenburg.
DFB-Sportrichter Hans E. Lorenz sorgte mit einem flapsigen Sprüche-Feuerwerk für Aufruhe in Berlin-Charlottenburg.  © Fredrik von Erichsen/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0