DGB kämpft gemeinsam mit Bündnis gegen Ausbeutung von Kreditnehmern

Leipzig - Der DGB Sachsen tritt dem bundesweiten "Bündnis gegen Wucher" bei. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Sachsen will er so aktiv gegen die Ausbeutung von Kreditnehmern vorgehen.

Andreas Eichhorst von der Verbraucherzentrale Sachsen konnte den DGB mit ins Boot von "Bündnis gegen Wucher" holen.
Andreas Eichhorst von der Verbraucherzentrale Sachsen konnte den DGB mit ins Boot von "Bündnis gegen Wucher" holen.  © DPA

Der DGB begründet den Beitritt zu dem Bündnis, das gegen Banken, Sparkassen und Versicherer kämpft, die ihre Kunden systematisch durch zu hohe Zinsen und unnütze Versicherungspakete abzocken, damit, dass sich auf gesetzlicher Eben seit Jahren nichts an diesen prekären Maßnahmen getan habe.

"Obwohl das Wucherverbot seit Jahrhunderten existiert, spielt es in unserem Alltag erstaunlicherweise kaum eine Rolle", so Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen, die das "Bündnis gegen Wucher" im Januar 2018 gemeinsam mit anderen Partnern gegründet hat (TAG24 berichtete).

Beispiel: Eine Privatperson nimmt einen Nettokredit über 40.100 Euro auf. Für die Restschuldversicherung werden zusätzlich 22.238 Euro verlangt. Dass sich der Verbraucher freiwillig für solch eine maßlos überteuerte Kombination aus Kredit und Versicherung entschieden hat, ist da schwer zu glauben.

"Der Bankmitarbeiter schreibt in den Kreditvertrag, dass der effektive Jahreszins 10,95 Prozent beträgt, rechnet dabei aber nicht die Kosten der Versicherung ein. Bezieht man diese aber mit ein, ist der Effektivzins doppelt oder gar dreimal so hoch. Dann kann auch rechtlich von Wucher gesprochen werden", sagt Eichhorst.

Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Deshalb will das Bündnis Fälle wie diese vermehrt vor Gericht bringen und so erzielen, dass eine geänderte Preisangaben-Verordnung für mehr Transparenz sorgt. Fälle von Betroffenen sollen nun zunächst gesammelt und dokumentiert werden.


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