DHL zieht Konsequenzen aus Paket-Diebstählen in Leipzig

DHL Leipzig hat der Servicefirma des mutmaßlichen Paket-Diebes nach eigenen Angaben gekündigt (Symbolbild).
DHL Leipzig hat der Servicefirma des mutmaßlichen Paket-Diebes nach eigenen Angaben gekündigt (Symbolbild).  © DPA

Leipzig/Zwenkau - Die Paket-Diebstähle im Postzentrum in Leipzig bleiben nicht ungesühnt: DHL hat der Fremdfirma des mutmaßlichen Paket-Diebes gekündigt.

Anfang April hatte die Polizei über 500 Sendungen und 192 lose Gegenstände in einer Wohnung in Zwenkau gefunden (TAG24 berichtete).

Ein 26-Jähriger, der für einen externen Dienstleister von DHL tätig war, soll die Pakete entwendet und den Inhalt im Internet verkauft haben. Als Fahrer der Servicefirma hatte er uneingeschränkten Zutritt zu den Zustellstützpunkten und dem Postfrachtzentrum in Lützschena-Stahmeln.

Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, hat DHL Konsequenzen aus dem Fall gezogen. "Dem Fahrer wurde für unsere Objekte ein absolutes Hausverbot ausgesprochen und das Transportunternehmen ist nicht mehr für uns tätig", erklärte Sprecherin Anke Blenn der LVZ.

Die Polizei ist offenbar noch weiteren Paket-Dieben auf der Spur. Insgesamt acht Ermittlungen zu ähnlichen Fällen sollen bei der Polizeidirektion Leipzig derzeit laufen. "Es gibt noch Fälle, die anderen Tätern zugeordnet werden. Einzelne Personen stehen hierbei bereits unter Verdacht", so Maria Braunsdorf von der Polizeidirektion Leipzig auf LVZ-Anfrage. Weitere Details wollte Braunsdorf nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Im Fall der gestohlenen Pakete aus der Wohnung in Zwenkau kann Braunsdorf den Empfängern ein wenig Hoffnung machen. Derzeit arbeitet die Polizei daran, die bereits erstatteten Anzeigen dem Diebesgut zuzuordnen. Sobald die Pakete durch die Staatsanwaltschaft freigegeben seien, könne eine Übergabe an die Eigentümer erfolgen, so Braunsdorf. DHL werde sich dann direkt mit den Empfängern in Verbindung setzen.

Nach bisherigem Ermittlungsstand handelte der 26-Jährige allein. Da er bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten war, lagen laut Polizei keine Haftgründe vor. Er befindet sich deshalb wieder auf freiem Fuß.


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