DHL testet neues System: Pakete verschicken aus dem Hausflur

Paketzusteller Marko Zimmermann steht vor einem Paketkasten für Mehrfamilienhäuser in einer Wohnanlage in Berlin.
Paketzusteller Marko Zimmermann steht vor einem Paketkasten für Mehrfamilienhäuser in einer Wohnanlage in Berlin.  © DPA

Berlin - Folgt nach dem Frust, die Kür? Während sich deutschlandweit Kunden über die Paketzustellung echauffieren, bastelt DHL an einem System des geringsten Widerstandes. Es soll Stress minimieren und zum gewünschten Erfolg führen: Pakete verschicken aus dem Hausflur, wie rbb|24 berichtet.

Es klingt zu schön, um wahr zu sein, doch für Tausend Berliner ist es bereits Realität. Die DHL testet neue Zustellorte in der Hauptstadt und ist dafür eine Kooperation mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo eingegangen. Eine Win-Win-Situation für beide, gerade zu Weihnachtszeit.

So können Mieter von rund 1.500 Wohnungen bequem ihre Pakete im Hausflur abgeben. Eine kleine, aber feine Postfiliale, die rund um die Uhr geöffnet hat. Paketkästen, rund einen Meter breit und zwei Meter hoch, der DHL stehen zunächst in Wohnanlagen in Schöneberg und Gropiusstadt. Zum Jahresende sollen auch Köpenicker Mieter in den Genuss des Services kommen. Wie eine Sprecherin rbb|24 sagte, prüft die DHL noch weitere Standorte.

Transportwagen der Logistikunternehmen DPD, UPS (United Parcel Service) und DHL stehen in der Innenstadt von Hamburg.
Transportwagen der Logistikunternehmen DPD, UPS (United Parcel Service) und DHL stehen in der Innenstadt von Hamburg.  © DPA

Für Kunden, die einmal nicht zu Hause sind, um das Paket in Empfang zu nehmen, würde sich dauerhaft ein großes Problem lösen. Es entfällt der lästige Marsch zur nächsten Postfiliale. Zudem erleichtert sich DHL - in Zeiten des Onlinehandels und verstopfter Straßen - die Arbeit selbst.

Allerdings erweist sich das System für andere Zusteller wie Hermes, GLS oder DPD als problematisch, denn sie können Pakete in die DHL-Kästen nicht ablegen.

Zusätzlich zum Hausflur, kooperiert DHL in mehreren deutschen Städten auch mit Autoherstellern, um Pakete im Kofferraum zu deponieren. Des Weiteren läuft eine Testreihe mit 100 Smart-Fahrern und 50 VW-Fahrern. Dabei dienen die Fahrzeuge als mobile Lieferadresse, die Mithilfe von GPS gefunden und per TAN geöffnet werden können.

Seit Herbst bietet DHL rund 1.000 Kunden auch die Möglichkeit an, Pakete von Fremdzustellern an das nächstgelegene DHL-Paketdepot schicken zu lassen. Von dort wird es dann an den jeweiligen Empfänger weitergeleitet. Sollte das System sich bewähren, könnte das Angebot - kostenpflichtig - deutschlandweit ausgeweitet werden, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete.

Titelfoto: DPA


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