Diese tückische Krankheit wird zu oft unterschätzt

Für Vorstufen gibt es messbare Signale wie zu hohe Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte.
Für Vorstufen gibt es messbare Signale wie zu hohe Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte.  © Jens Kalaene/dpa

Dresden - Immer mehr Menschen leiden an Diabetes - nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Dabei ist die Stoffwechselstörung keine unbedenkliche Volkskrankheit, sondern führt oftmals zu ungeahnten Folgeerkrankungen.

Die Stoffwechselstörung Diabetes gilt seit Längerem als Volkskrankheit. Waren es 1980 in ganz Deutschland etwa 3,4 Millionen Betroffene, ist die Zahl im Jahr 2014 laut der "Handelskrankenkasse" auf etwa 5,1 Millionen gestiegen. Zwar schneidet Deutschland mit dieser vergleichsweise gemäßigten Steigerung im internationalen Vergleich gut ab. Weltweit stieg die Zahl der Erkrankten im selben Zeitraum von 108 Millionen auf etwa 422 Millionen.

"Diabetes mellitus" ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Regulierung des Blutzuckerspiegels gestört ist.

Lediglich bei rund 300.000 Menschen in der Bundesrepublik ist eine angeborene Autoimmunkrankheit (Typ 1) Ursache für die diagnostizierten Fälle. Bei mehr als sechs Millionen Menschen ist dagegen ein Wechselspiel aus Fehlernährung, Bewegungsmangel und genetischen Anlagen der Grund für erkannte Erkrankungen (Typ 2). Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 300.000 Typ-2-Diagnosen hinzu.

Die "Zuckerkrankheit", wie viele die Stoffwechselstörung nach wie vor verharmlosend bezeichnen, ruiniert auf Dauer den Körper.

Ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung können das Risiko einer Erkrankung senken.
Ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung können das Risiko einer Erkrankung senken.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Das Klischee kann durchaus in die Irre führen: "Nicht jeder Dicke wird zuckerkrank, und nicht jeder Schlanke ist davor geschützt", erklärt Norbert Stefan, Diabetesforscher am Universitätsklinikum Tübingen.

Solche Klischees führen aus der Sicht vom Diabetesforscher dazu, dass Diabetes und vor allem ihre Vorstufen in Deutschland oft unentdeckt und unterschätzt bleiben.

Für Vorstufen gibt es messbare Signale wie zu hohe Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte.

Laut der Nachrichtenplattform "Hamburger Abendblatt" sei besonders hohes Übergewicht bzw. Adipositas (Fettleibigkeit) ein ausschlaggebender Faktor für die Entstehung von Diabetes Typ 2. Denn das Übergewicht kann die Insulinempfindlichkeit in den Muskeln, der Leber und im Fettgewebe verringern. Das bedeutet, Insulin kann nicht mehr so gut wirken, sodass der Zucker im Blut nicht mehr ausreichend abgebaut werden kann.

Ein normales Körpergewicht kann das Risiko einer Erkrankung senken. Ob das eigene Körpergewicht im Normalbereich liegt, lässt sich beispielsweise mit dem Body-Mass-Index (BMI) bestimmen.

Umfangreiche Aufklärung, rechtzeitige Diagnosen und eine gute Versorgung erlauben Menschen mit Diabetes ein Leben mit so wenigen Einschränkungen wie möglich.

Die Diagnose Diabetes bedeutet immer einen Wandel im Leben der Betroffenen. Typ 1 Diabetiker müssen fortan Insulin spritzen, Typ 2 Diabetiker werden sich zumindest auf einen neuen Lebensstil mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung umstellen müssen.

Die Diagnose stellt dennoch eine Chance dar. Denn bei entsprechendem Vorgehen können viele Patienten ihren Stoffwechsel verbessern, die Symptome oft deutlich lindern und somit mehr Lebensqualität gewinnen.


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