"Paulihaus": So soll der dicke Büroneubau am Neuen Pferdemarkt aussehen

Hamburg - Eine Baugemeinschaft die aus vier Hamburger Immobilienunternehmen besteht, errichtet am Neuen Pferdemarkt im Stadtteil St. Pauli eine neue Büro- und Gewerbeimmobilie: das Paulihaus.

Kleine Häuschen müssen großen, funktionalen Gebäuden weichen (Symbolbild).
Kleine Häuschen müssen großen, funktionalen Gebäuden weichen (Symbolbild).  © DPA

In direkter Nachbarschaft zum Shopping-Paradies Rindermarkthalle entsteht auf einem Grundstück in Bestlage ein neues Bürohaus.

An dem Neubau sind vier Bauherren beteiligt: Neben dem Stadtentwicklungsunternehmen "steg", der "ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft", der Agentur "Pahnke Markenmacherei" mischt auch das Immobilienunternehmen "Hamburg Team" mit. Die Unternehmen wollen das Gebäude wohl selbst beziehen.

Am heutigen Dienstag wurde bekannt wie der Neubau aussehen soll: Das Objekt in Rotklinkeroptik wird fünf Büro-Etagen groß. Im Erdgeschoss sind weitere stadtteilaffine Nutzungen und Gewerbeflächen geplant.

Die Baugemeinschaft erhält das Grundstück eigenen Angaben zufolge vom Eigentümer, dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen Hamburg (LIG), im Erbbaurecht für 60 Jahre.

Der Beginn der Bauarbeiten sei laut einer Mitteilung des Unternehmens für 2020 geplant. Im Vorfeld wurde offenbar ein Werkstattverfahren mit fünf Architekturbüros ausgelobt. "Der Siegerentwurf von 'coido architects aus Hamburg sieht einen Gebäudesolitär mit Backsteinfassade vor", hieß es in dem Schreiben.

Auf dem Grundstück befinden sich derzeit noch zwei ältere, nicht denkmalgeschützte eingeschossige Backsteingebäude. Mit den dort ansässigen Mietern ist die Bauherrengemeinschaft im Gespräch hinsichtlich der Integration ihrer Räumlichkeiten in den Neubau.

"Maharaja" und "Max" müssen weichen

So schick soll das Backsteingebäude am Neuen Pferdemarkt später einmal aussehen.
So schick soll das Backsteingebäude am Neuen Pferdemarkt später einmal aussehen.  © HAMBURG TEAM Gesellschaft für Projektentwicklung m

Zu den Unternehmen, die von dem Bürokomplex verdrängt werden, gehört auch die bereits langjährig neben der Rindermarkthalle ansässige Autowerkstatt Max. Für die seien neue Räume im Erdgeschoss des Paulihauses vorgesehen hieß es von Seiten der Bauherrn.

Doch ganz so einfach läuft der Modernisierungsprozess, der von vielen Menschen auf St. Pauli als Gentrifizierungsprozess wahrgenommen wird, nicht ab.

Auch wenn Thorsten Harms alias "Max" von der gleichnamigen Autowerkstatt den Veränderungen angeblich positiv gegenüber steht, gilt das nicht für alle Betroffenen.

Der Hamburger Morgenpost zufolge sieht Restaurantbesitzerin Kathrin Guthmann die Entwicklung nämlich ganz anders: Die Besitzerin des indischen Restaurants "Maharaja" musste offenbar schon einmal umziehen, nur um jetzt wieder verdrängt zu werden. Für sie sei der Neubau eine Katastrophe, erklärte Guthmann den Reportern.

"Ich habe mehrere Hunderttausend Euro für die Übernahme und Einrichtung dieses neuen Standorts investiert" erklärte sie der Mopo gegenüber. Als Kompensation wäre ihr "ein Taschengeld" von 70.000 Euro angeboten worden.

Thorsten Harm kann dieses Vorgehen der Unternehmensmitteilung zufolge nicht bestätigen: „Ich finde es gut, dass die Ecke hier endlich aufgeräumt wird. Die alten Häuschen sind am Ende. Da fällt der Putz von der Wand und das Dach ist leck. Später im Neubau kann man uns dann durch die Fenster sogar bei der Arbeit zusehen. Das finde ich gut", sagt er.

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