Auch in Leipzig gedreht: So ist der Thriller "Die Agentin" mit Diane Kruger geworden!

Dresden - In Deutschland gedreht! Der spannende Spionage-Thriller "Die Agentin" von Regisseur Yuval Adler ("Bethlehem - Wenn der Feind dein bester Freund ist") startet am 29. August auch hierzulande in den Kinos.

Was führt Mossad-Agentin Rachel (vorne, Diane Kruger) im Schilde? Sagt sie ihrem Kontaktmann und Kumpel Thomas Hirsch (Martin Freeman) die Wahrheit?
Was führt Mossad-Agentin Rachel (vorne, Diane Kruger) im Schilde? Sagt sie ihrem Kontaktmann und Kumpel Thomas Hirsch (Martin Freeman) die Wahrheit?  © PR/Kolja Brandt

In ihm steht Mossad-Kontaktmann Thomas Hirsch (Martin Freeman) im Fokus, der entspannt vor der großartigen Kulisse der aufgehenden Sonne joggt. Ein Telefonanruf zerstört jedoch die frühmorgendliche Idylle.

Er soll umgehend nach Tel Aviv fliegen, was er ablehnt. Also kommt es zu einem Kompromiss: Er geht zu einem Safe House nach Köln.

Was genau ist passiert? Seine frühere Agentin Rachel (Diane Kruger), die Routine-Aufgaben in Leipzig erledigte und von Thomas zu einer echten Spionin gemacht wurde, ist wieder aufgetaucht, nachdem sie sich ein Jahr unterhalb des Radars des israelischen Auslandsgeheimdienstes aufhielt.

Sie wurde zwölf Monate zuvor vom Mossad nach langer Vorarbeit in Teheran, Iran eingeschleust, wo sie eine Affäre mit Farhad Razavi (Cas Anvar) begann, obwohl sie ihm nur Englisch-Unterricht geben sollte.

Auch davon abgesehen lief einiges schief, weshalb sie untertauchte. Nun will sie verhandeln, was niemand außer Thomas gerne sieht...

"Die Agentin" ist von Anfang bis Ende spannend

Rachel (Diane Kruger) weiß ihr äußeres Erscheinungsbild zu wandeln.
Rachel (Diane Kruger) weiß ihr äußeres Erscheinungsbild zu wandeln.  © PR/Kolja Brandt

Diese Geschichte hat Adler klasse umgesetzt. Von Anfang bis Ende ist die Atmosphäre spannungsgeladen, was an der brisanten und gut inszenierten Story liegt, aber auch an der klugen Charakterzeichnung.

Die Figuren bleiben nämlich mysteriös: Was treibt sie wirklich an, was wollen sie tatsächlich? Zwar gibt es dahingehend immer wieder aussagekräftige Dialoge, doch lernt man diese aufgrund einiger interessanter Wendungen schnell skeptisch einzuordnen.

Gerade die Ungewissheit, ob ein Protagonist die Wahrheit sagt oder eine Lüge erzählt sorgt dafür, man bis zum Ende bei der Stange bleibt und dem packenden Verlauf gebannt folgt.

Denn gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen rund um Vertrauen, Betrug und Moral sind Themen, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können.

Das wiederum führt dazu, dass man auch emotional mitgerissen wird und vollends in den Film abtaucht. Denn der Blick hinter die Kulissen der Geheimdienstarbeit ist faszinierend. Dazu kommt auch noch der lokale bzw. regionale Faktor: Wer schon einmal in Leipzig war, wird sich freuen, dass wichtige Szenen unter anderem im Hauptbahnhof gedreht wurden.

"Die Agentin" feierte Weltpremiere auf der Berlinale, wurde unter anderem in Leipzig und Köln gedreht

Thomas Hirsch (l., Martin Freeman) glaubt Rachel (Diane Kruger) und vertraut ihren Fähigkeiten.
Thomas Hirsch (l., Martin Freeman) glaubt Rachel (Diane Kruger) und vertraut ihren Fähigkeiten.  © PR/Kolja Brandt

Dazu kommen auch viele Aufnahmen in und um Köln, in Israel und Bulgarien. Die internationale Koproduktion wurde dabei auch mit deutschem Geld gefördert: Die Film- und Medienstiftung NRW steuerte 750.000 Euro bei, die Mitteldeutsche Medienförderung 250.000 Euro und die Deutsch-Französische Förderkommission 260.000 Euro.

Dieses Geld ist gut angelegt, weil der im englischen Original "The Operative" heißende Film optisch dank der starken Kameraführung von Kolja Brandt ("Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück") und der vielfältigen Kostümdesigns einige Schauwerte zu bieten hat.

Seine Weltpremiere durfte der Thriller übrigens auf der diesjährigen 69. Berlinale am 10. Februar feiern, wo er von den Kritikern allerdings nur gemischt aufgenommen wurde.

Dabei macht die Romanverfilmung von Yiftach Reicher Atirs "The English Teacher" vieles richtig: Die Darsteller um Kruger ("Inglourious Basterds"), Freeman (Bilbo Beutlin in "Der Hobbit-Trilogie) und Anvar ("Source Code") spielen erstklassig auf und zusammen, verleihen ihren Figuren Tiefe und Ambivalenz.

Deshalb lohnt sich bei "Die Agentin" trotz kleinerer dramaturgischer Holprigkeiten und der ein oder anderen durchwachsenen Wendung ein Kinobesuch, denn der Film ist spannend, verworren, intelligent und interessant. Darüber hinaus punktet er auch mit seiner Besetzung.

Mossad-Agent Stefan (l., Ohad Knoller) und Rachel (Diane Kruger) arbeiten zeitweise zusammen. (Bildmontage)
Mossad-Agent Stefan (l., Ohad Knoller) und Rachel (Diane Kruger) arbeiten zeitweise zusammen. (Bildmontage)  © PR/Kolja Brandt/Wolfgang Ennenbach

Mehr zum Thema Kino & Film News:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0