Die Fastenzeit ist da und der allerneueste Hype heißt "Plastikfasten"

Hamburg - Das Fasten im Allgemeinen wird laut einer neuen Umfrage in Deutschland immer populärer. Doch wie wäre es mit einem alternativen Plan für den gezielten Verzicht auf Völlerei? Es gibt nämlich einen hochmodernen Fasten-Trend!

Nach den Narren kommt die Fastenzeit. Zufällig passend, weist ein Schild in der Innenstadt von Duisburg auf ein Alkoholverbot hin.
Nach den Narren kommt die Fastenzeit. Zufällig passend, weist ein Schild in der Innenstadt von Duisburg auf ein Alkoholverbot hin.  © DPA

Viele Menschen halten einen längeren Verzicht auf Leckereien generell schon einmal für richtig und wichtig.

Es geht aber auch ganz anders: Statt zu fasten um abzunehmen ist es auch möglich zu fasten, um Gutes zu tun und etwas über Konsumgewohnheiten zu lernen, oder einfach bewusster zu leben.

Zu neuen Formen des Fastens ruft die Nordkirche für die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern auf. Nach dem Klimafasten, bei dem Energie und Ressourcen geschont werden sollen, geht es nun um einen Verzicht auf Plastik.

Unter dem Motto "Erde atme auf..., #plastikfasten - der Versuch einer Transformation" lädt der Kirchenkreis Altholstein dazu ein, ein plastikfreies oder plastikreduziertes Leben auszuprobieren, teilte eine Kirchensprecherin mit.

Plastikfasten ist jetzt Trend!

Zahlreiche Gelbe Säcke liegen auf dem Gehweg auf einem Haufen für die Abholung bereit. Die Kirche ruft zum Klima- und Plastikfasten auf.
Zahlreiche Gelbe Säcke liegen auf dem Gehweg auf einem Haufen für die Abholung bereit. Die Kirche ruft zum Klima- und Plastikfasten auf.  © DPA

Einmal im Jahr, parallel zur vorösterlichen Fastenzeit, findet auch der BUND dass sich jetzt ein guter Anlass bietet, bewusst auf Plastik zu verzichten und den eigenen Alltag so einmal ganz neu zu entdecken.

Vom 6.3. bis zum 18.4. 2019 ruft die Umweltschutzorganisation dazu auf, unter dem Hashtag #plastikfasten Erfahrungen, Tipps und Ideen rund um einen Alltag ohne Plastik in den Sozialen Netzwerken zu teilen.

Im Netz kann sich schließlich jeder zum neuen Trend-Thema austauschen oder mit eigenem Know-how mithelfen, eine Zukunft mit weniger Plastikmüll zu gestalten!

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Eine weitere bekannte Umweltorganisation ist ebenfalls von der Idee begeistert: Der NABU hat deshalb in einem großen Beitrag zum Thema unter dem Titel "44 Tage plastikfrei – Wie geht Plastikfasten in unserer Plastikgesellschaft?" getestet, wie sich das Plastikfasten im Alltag tatsächlich anfühlt.

Das Ergebnis: Abgesehen von ein paar Ausnahmesituationen wäre so eine Plastikfastenzeit halb so wild – wenn auch der Handel mitziehen würde. Schwierig werde es erst dann, wenn man im konventionellen Supermarkt Biogemüse kaufen wolle, denn viele Produkte sind in Plastik verpackt. Außerdem sei das Badezimmer eine besondere Herausforderung.

Eins ist jedoch sicher: Egal, welcher Aufruf am meisten neugierig macht, weniger Plastik zu verbrauchen, ist besser für Umwelt und Gesundheit!

Studien belegen: Fasten tut gut!

Verzicht tut gut – das belegen auch viele Studien.
Verzicht tut gut – das belegen auch viele Studien.  © 123RF

Wie die DAK-Gesundheit in Hamburg feststellte, sagten 63 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Studie, sie hielten einen mehrwöchigen Verzicht auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut generell schon einmal für sinnvoll.

Bei einer Umfrage des Forsa-Instituts im Jahr 2012, ähnlich der Studie der DAK-Gesundheit, hatten sich 53 Prozent der Befragten als Fastenbefürworter zu erkennen gegeben.

Die Studie zeigt: Die Leute könnten am ehesten auf Alkohol und Süßigkeiten verzichten.

73 Prozent der Fastenfans könnten außerdem sogar mehrere Wochen ohne Bier und Wein leben und 67 Prozent ohne Schokolade und Bonbons.

Die Bereitschaft zum Handy- und Computerfasten stieg von 21 Prozent im letzten Jahr auf 29 Prozent in diesem. Nur ohne Auto wollen oder können nur vergleichsweise wenig Menschen tatsächlich ihren Alltag bestreiten, aber auch hier stiegt die Zahl der Bereitwilligen von 15 auf 20 Prozent.

Bleibt noch die traditionelle Enthaltung beim Fleischessen: Hier könnten sich satte 46 Prozent der Befragten Menschen vorstellen, eine Weile mal nicht zuzugreifen.

Dabei haben Forscher dem Magazin GEO zufolge "verblüfft" festgestellt, "welch starke Effekte systematischer Verzicht auf unseren Körper hat" und wie positiv sich eigentlich jede gesunde Form des Fastens auf den Verlauf von Krankheiten und unseren Lebenswandel auswirken könnte.

Fasten kann also so viel mehr sein, als einfach nur auf das Essen zu verzichten. Und gut tut eine Konsumpause – eigentlich egal welcher Art – auf jeden Fall, wenn es richtig gemacht wird.

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