Die Linke will 1. Klasse in Regionalzügen abschaffen

Berlin - Bernd Riexinger (63, Die Linke) möchte die 1. Klasse in Regionalzügen abschaffen und so mehr Platz für alle Fahrgäste schaffen.

Regionalzüge erfreuen sich zumeist einer (zu großen) Beliebtheit.
Regionalzüge erfreuen sich zumeist einer (zu großen) Beliebtheit.  © Oliver Berg/dpa

Wer kennt das nicht. Man steht voller Hoffnung auf eine entspannte Zugfahrt am Bahnsteig. Doch wenn die Türen sich öffnen, beginnt der Schlamassel. Nicht nur die Sitzplätze sind bereits alle belegt, auch die Gänge sind hoffnungslos verstopft. Wohin jetzt mit dem Gepäck und vor allem mit sich selbst?

Die einzige Alternative ist die nächsten Stunden in merkwürdig gekrümmten Haltungen und mit deutlich mehr Körperkontakt zu fremden Menschen als gewünscht zu verbringen. Schön klingt anders.

Dies soll sich laut Linke-Chef Bernd Riexinger jetzt ändern. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND) gegenüber äußerte er den Vorschlag, die 1. Klasse in Regionalzügen abzuschaffen und somit für mehr Platz im restlichen Zug zu sorgen: „Wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mitzuschleppen.“

Attraktivität für Geschäftsleute sinkt erheblich

Zweifelsohne hat Riexinger mit seiner Aussage recht, dass die 1. Klasse-Abteile in Regionalzügen nicht sonderlich ausgelastet sind und so mehr Platz für die 2. Klasse Passagiere geschaffen werden könnte. Übersieht er aber in seiner Argumentation vielleicht einen wesentlichen Punkt? Langstreckenpendler und Geschäftsleute schätzen schließlich die Ruhe des etwas teureren Abteils, für die sie gerne mehr Geld bezahlen.

Bei nicht wenigen bleibt dafür vielleicht auch der PKW in der heimischen Garage, womit sie gewollt oder ungewollt ihren Beitrag für den Klimaschutz leisten.

FDP und Pro Bahn finden deutliche Worte der Ablehnung

Bei der FDP und dem Fahrgastverband Pro Bahn kam die Idee nicht gut an. Torsten Herbst (45) von der FDP äußerte sich gegenüber dem RND deutlich: „Die Forderung nach Abschaffung der 1. Klasse in Regionalzügen ist eine Schnapsidee. Dass mit einer Verschlechterung des Angebotes ein Verkehrsmittel besser werden soll, gibt es nur in einer linken Gedankenwelt des Klassenkampfes.“

Auch der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn Karl-Peter-Naumann (68) wurde gegenüber der dpa deutlich und bezeichnete Bernd Riexingers als "groben Unfug". Laut ihm ist die einzige Lösung für das Problem der Einsatz längerer Züge.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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