77 Prozent: Die Linke wählt ihren Chef für die Landtagswahl

Leipzig - Jetzt ist es amtlich: Fraktions-Chef Rico Gebhardt (55) führt Sachsens Linke zur Landtagswahl an. Er wurde auf einem Parteitag in Leipzig mit 77,6 Prozent auf Platz eins der Landesliste gewählt. Er war schon 2014 Spitzenkandidat, wurde damals mit wenig berauschenden 70,5 Prozent gekürt.

Rico Gebhardt (55) führt die Linke in die Landtagswahl, die im September in Sachsen stattfindet.
Rico Gebhardt (55) führt die Linke in die Landtagswahl, die im September in Sachsen stattfindet.  © DPA

Einen Gegenkandidaten gab es nicht. In seiner Bewerbungsrede schoss er scharf gegen die in Sachsen dauerregierende CDU:

"Die CDU hat in drei Jahrzehnten Regierung das Land in ein dichtes Netz von Baustellen verwandelt. Dauerbaustellen. Es funktioniert fast nichts mehr richtig."

Die Wahl stelle eine Grundsatzentscheidung dar, in welcher Gesellschaft die Sachsen leben wollten. Und er stellte klar: "Wir werden keine Mehrheitsbeschaffer für irgendwelche Koalitionen sein."

Jedes Prozent mehr für die Linke sei ein Prozent weniger für mögliche Mehrheitsbeschaffer der CDU. Es werde zudem Zeit, wieder deutlicher zu sagen, dass die Linken Sozialisten seien. "Eine zweite Sozialdemokratie oder Grüne braucht das Land echt nicht."

Auch Gebhardts rein weibliches Kernteam wurde gewählt, wenn auch nicht ganz wie von ihm gewünscht als Top 5. Auf Platz 2 folgt die Chemnitzer Sozialpolitikerin und Abgeordnete Susanne Schaper (41), dahinter Sachsens Linke-Chefin Antje Feiks (40). Sie wurde allerdings nur mit mageren 60,6 Prozent auf Listenplatz drei gewählt.

Gebhardt wurde mit 77,6 Prozent auf Platz eins der Landesliste der Linken gewählt.
Gebhardt wurde mit 77,6 Prozent auf Platz eins der Landesliste der Linken gewählt.  © DPA

Dahinter setzte sich der Leipziger Abgeordnete Marco Böhme (29) durch, der die parlamentarische Geschäftsführerin Sarah Buddeberg (36) auf Platz sechs schob.

Ebenso im Spitzenteam und bisher nicht im Landtag: Marika Tändler-Walenta (35) aus Mittelsachsen auf Platz 5.

Noch bis Sonntag will die Linke ihre Landesliste wählen. Kampfkandidaturen sind wahrscheinlich: Auf der vom Landesvorstand vorgeschlagenen Liste finden sich etliche aktuelle Abgeordnete nicht unter den ersten 20, darunter etwa Innenpolitiker Enrico Stange (50), Finanzexpertin Verena Meiwald (53) oder die Leipzigerin Jule Nagel (40), die 2014 das einzige Direktmandat für die Linke errang.

Intern gelten die ersten 23 Listenplätze als sicher für den Einzug in den Landtag. Intern wurde zudem moniert, dass durch die Vielzahl von starren Quotenvorgaben (z.B. nach Regionen, Jugend, Erneuerung) kaum Fachpolitiker auf dem Listenvorschlag stünden.

Die Wahl findet am 1. September statt. Derzeit hat die Linke 27 Abgeordnete, ist zweitstärkste Kraft nach der CDU.

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