So reagiert "Die Linke" nach Überfall auf Bauunternehmerin

Leipzig - Am Sonntagabend war es in Leipzig-Wahren zu einem linksextremen Angriff auf eine Leipziger Bauunternehmerin gekommen. Nun hat "Die Linke" sich dazu geäußert, genauso wie das linke Bündnis "linxxnet".

Stadträtin Juliane Nagel wurde von der Polizei aufgefordert, sich von der Tat zu distanzieren.
Stadträtin Juliane Nagel wurde von der Polizei aufgefordert, sich von der Tat zu distanzieren.  © DPA

Fraktionsvorsitzende Franziska Riekewald verurteilte den Überfall auf die Mitarbeiterin des Immobilienunternehmens scharf: "Auch wenn DIE LINKE Leipzig Luxussanierungen von Häusern kritisch gegenübersteht, ist ein Angriff mit einhergehender (schwerer) Körperverletzung ein absolut inakzeptables und fassungsloses Verhalten", so die Oberbürgermeister-Kandidatin.

"Angriffe auf Menschen lösen weder die Gentrifizierungsprobleme noch die soziale Benachteiligung in der Stadt", ergänzt Oliver Gebhardt, der Sprecher für Ordnung und Sicherheit.

Nach dem Vorfall am Sonntagabend hatte Andreas Loepki, Sprecher der Polizei Leipzig, öffentlich gefordert, dass das linke Bündnis "linXXnet" und Linken-Stadträtin Juliane Nagel sich ebenfalls zu den Vorfällen äußern.

In einer Pressemitteilung empört sich das Netzwerk:

"Immer wieder wird von der Polizei Leipzig/Sachsen oder Vertreter*innen der Medien eine Distanzierung von solchen Taten in Leipzig von uns gefordert, so als wären wir die Täter*innen. Es ist eine absolute Frechheit, uns immer wieder diese Taten anzulasten oder uns damit in Verbindung zu bringen. Wir sind weder Sprecher*innen von Connewitz, noch verantwortlich für alles, was Leute im Namen einer heterogenen Linken tun", so "linXXnet". Wenn die Polizei eine Abgrenzung von der Tat erwarte, möge Andreas Loepki sich auch von seinen gewaltbereiten Kollegen bei der Polizei abgrenzen, bemängelt das Bündnis die Doppelmoral. So habe auch niemand eine Abgrenzung oder Distanzierung gefordert, als auf das Gebäude des "linXXnet" geschossen worden war. (TAG24 berichtete)

Krisengespräch zur linker Gewalt in Leipzig

Oberbürgermeister-Kandidatin Franziska Riekewald beschreibt den Vorfall als "absolut inakzeptables Verhalten".
Oberbürgermeister-Kandidatin Franziska Riekewald beschreibt den Vorfall als "absolut inakzeptables Verhalten".  © DIE LINKE. Fraktion im Stadtrat zu Leipzig

Innenminister Roland Wöller (CDU) will mit Oberbürgermeister Jung und der Leipziger Polizeiführung am Freitag in Dresden über das weitere Vorgehen gegen Linksextremismus reden.

"Wir werden in Sachsen und insbesondere in Leipzig keine rechtsfreien Räume dulden und den Rechtsstaat weiter konsequent durchsetzen", erklärte Wöller. Auch Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow sprach sich gegen die Tat aus: "Die Spirale der Gewalt in Leipzig muss ein Ende haben. Der Angriff auf die Frau ist durch nichts zu rechtfertigen!"

Am Sonntagabend hatte eine Gruppe Unbekannter die Wohnadresse einer 34-jährigen Mitarbeiterin eines Immobilienunternehmens aufgesucht, sich in ihre Wohnung gedrängt und die Frau dort leicht verletzt.

Auf dem linksextremen Online-Portal "Indymedia" war ein Bekennerschreiben mit dem Titel "Grüße aus Connewitz" zu dem Vorfall aufgetaucht:

"Wir haben uns entschieden, die Verantwortliche für den Bau eines problematischen Projekts im Leipziger Süden da zu treffen wo es ihr auch wirklich weh tut: in ihrem Gesicht", stand dort geschrieben.

Update, 14.30 Uhr:

Wie die dpa am Dienstagnachmittag mitteilte, hat das Landeskriminalamt nach dem Angriff auf die Prokuristin einer Immobilienfirma in Leipzig erste Hinweise abgearbeitet. Ob es konkrete Spuren zu den Angreifern gibt, wollte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), Tom Bernhardt, am Dienstag aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht sagen.

Die Polizei vermutet einen linksextremistischen Hintergrund, ermittelt jedoch in alle Richtungen.

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