"Fasching statt Faschos": Kundgebung gegen 100 Jahre NSDAP-Gründung

München - Am 24. Februar 1920 wurde in München die Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gegründet. Exakt 100 Jahre später war dies der Anlass für die Kundgebung "Fasching statt Faschos".

Auf dem Odeonsplatz trafen sich die Teilnehmer für die gemeinsame Kundgebung.
Auf dem Odeonsplatz trafen sich die Teilnehmer für die gemeinsame Kundgebung.  © TAG24/Marco Schimpfhauser

Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus mehreren Parteien und Zusammenschlüssen. Die Parteien "Die PARTEI", "MUT", "Die Linke" und "Die Urbane" trafen sich zusammen mit Unterstützern von "Missglückte Welt Sippschaft", Antifaschistische Dirndl" und "Love, Beats & Happybass".

Zudem wurden insgesamt 14 Mahnwachen vor Adressen ehemals wichtiger NSDAP-Gebäuden, wie dem "Haus der Deutschen Kunst", "Hofbräuhaus am Platzl", dem "Führerbau" oder der "Kaserne der SS-Standarte 1" eingeplant.

Diese Gebäude wurden natürlich nicht zufällig gewählt. Durch das Abhalten von Mahnwachen vor diesen Gebäuden wurde verhindert, dass dort Aufmärsche rechtsradikaler Gruppierungen stattfinden konnten - da diese Standpunkte nun bereits besetzt und damit blockiert wurden.

Gegen 13 Uhr versammelten sich die Teilnehmer der Kundgebung und zogen dann durch die Münchner Straßen. Neben den von der Satire-Partei bekannten Sprechchöre wie "Bier trinkt das Volk", "Irgendwas!" oder "Wir wollen keine Demo-Reime" hörte man aus den Lautsprecherboxen Punk-Musik mit Titeln wie "Schrei nach Liebe" (Die Ärzte) oder "Ganz klar gegen Nazis" (Wizo).

Lediglich als die etwa 100 Anhänger am "Platz der Opfer des Nationalsozialismus" vorbeizogen, schwiegen Lautsprecher und Teilnehmer. Neben den Banneren der eigenen Parteien und Spruchtafeln wurde vor allem das in den letzten Tagen häufig debattierte Plakat mit der Aufschrift "Nazis töten" auffällig oft in die Luft gehalten.

Die NSDAP entstand vor 100 Jahren nach Umbenennung der "Deutschen Arbeiterpartei" und legte mit dem eigenen "25-Punkte-Plan" den Grundstein für den zweiten Weltkrieg und dem Holocaust. Wegen eines medizinischen Notfalles wurde die Veranstaltung "Fasching statt Faschos" vorzeitig beendet. Laut Mitteilung von Die PARTEI München ist der Patient im Krankenhaus und lebt.

Am "Platz der Opfer des Nationalsozialismus" gingen die Teilnehmer wort- und musiklos vorbei.
Am "Platz der Opfer des Nationalsozialismus" gingen die Teilnehmer wort- und musiklos vorbei.  © TAG24/Marco Schimpfhauser

Titelfoto: TAG24/Marco Schimpfhauser

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