Die Rekruten - So sieht ihr Alltag in Sachsen aus

Beförderungsappell auf dem Dresdner Theaterplatz: Solche Veranstaltungen vor der 
Semperoper sind nicht mehr außergewöhnlich, seitem die Offiziersschule des 
Heeres an der Elbe besteht
Beförderungsappell auf dem Dresdner Theaterplatz: Solche Veranstaltungen vor der Semperoper sind nicht mehr außergewöhnlich, seitem die Offiziersschule des Heeres an der Elbe besteht  © Norbert Neumann

Frankenberg/Dresden - Die Bundeswehr dreht in Sachen Nachwuchs-Werbung mächtig auf. Deutschlandweit kündigen Plakate den Start der Reality-Soap "Die Rekruten“ an. Die aufwendig produzierte Serie läuft seit dieser Woche im Web bei YouTube

Die PR-Offensive kommt nicht von ungefähr: Die Bundeswehr kämpft mit Imageproblemen, muss sich seit Abschaffung der Wehrpflicht aktiv um "frisches Blut“ bemühen. Und steht dabei in Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern...

"Stillgestanden!“ 192 junge Männer und Frauen aus drei Rekrutenkompanien der Panzergrenadierbrigade 37 "Freistaat Sachsen“ traten am Dienstag ihren Dienst an. Eine motivierte Truppe. 

Beim "Einkleiden“ in der Wettiner Kaserne in Frankenberg erzählen sie bereitwillig über ihre Motivation. 

Jennifer Hoffmann probiert einen Gefechtshelm. Die Zittauerin hat Abitur 
gemacht und sich für acht Jahre zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet.
Jennifer Hoffmann probiert einen Gefechtshelm. Die Zittauerin hat Abitur gemacht und sich für acht Jahre zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet.  © Thomas Türpe

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Kameradschaft erleben, Teamgeist pflegen, Sport machen - darauf freue ich mich“, sagt Jennifer Hoffmann (19) aus Zittau. 

Sie strebt eine Ausbildung zur Notfall-Sanitäterin bei der Bundeswehr an. Elias Stöber (17) aus Coswig: "Mein Ziel ist die Feldwebel-Laufbahn. Ich habe mich für zwei Jahre verpflichtet.“

Die Rekruten beschreiben aufgeregt ihre ersten Ausbildungstage. 5 Uhr - aufstehen! Kein Problem für Clemens Ludwig (20) aus Kleinwelka: "Ich habe Werkzeugmacher gelernt. Für die Frühschicht musste ich 4 Uhr aufstehen.“ 

Leon Henke (18) aus Breitenfeld: "Bisher war alles ganz locker. Ehrlich, ich dachte, beim Bund geht es strenger zu.“

Der Vogtländer freut sich vor allem auf die Waffenausbildung. Was auffällt: Angst vor Auslandseinsätzen oder Feindkontakt scheint niemand der Neuen zu haben.

Bundesweit traten zwischen 2011 und 2015 insgesamt 103.470 Rekruten ihren Dienst an. Davon 57.819 als Zeitsoldaten (SAZ) und 45.651 als „Freiwillig Wehrdienstleistende“ (letztere ab Juli 2011). In diesem Zeitraum entschieden sich knapp 4750 Sachsen für den Dienst in der Freiwilligen-Armee.

Im Vergleich der Bundesländer rangiert Sachsen bei der Rekruten-Quote knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Bemerkenswert: Das Geschlechterverhältnis der Zeitsoldaten ist bei den Mannschaftsdienstgraden etwa 7:1 zugunsten der Männer.

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich ab bei den gehobenen Laufbahnen: Je höher der Dienstgrad, desto höher der Frauenanteil.

Voll ausgerüstet für die Ausbildung beim Heer: Die frischen Rekruten Leon 
Henke (18), Elias Stöber (17), Lisa-Marie Fischer (18), Jennifer Hoffmann (19) 
und Clemens Ludwig (20).
Voll ausgerüstet für die Ausbildung beim Heer: Die frischen Rekruten Leon Henke (18), Elias Stöber (17), Lisa-Marie Fischer (18), Jennifer Hoffmann (19) und Clemens Ludwig (20).  © Thomas Türpe
Leon Henke probiert eine tarnfarbene Uniform. Er wusste schon in der 9. 
Klasse, dass er einmal als Zeitsoldat zur Armee gehen möchte.
Leon Henke probiert eine tarnfarbene Uniform. Er wusste schon in der 9. Klasse, dass er einmal als Zeitsoldat zur Armee gehen möchte.  © Thomas Türpe