Die Rumänen-Mafia treibt ihr Tatort-Unwesen

Bettler-Boss Radu spielt den Kommissaren das Unschuldslamm vor.
Bettler-Boss Radu spielt den Kommissaren das Unschuldslamm vor.  © ARD Degeto/BR/Walter Wehner

München - In der Weihnachtszeit haben Bettler Hochkonjunktur. Im Münchner „Tatort: Klingelingeling“ treibt die Rumänen-Mafia ihre geknechteten Habenichtse in die überfüllten Innenstädte, darunter auch die hochschwangere Tida (Mathilde Bundschuh, 22) und ihre Schwester Anuscha (Cosmina Stratan, 32).

Als das Baby plötzlich da ist, geraten die jungen Frauen in Panik - ob ihnen Sklaventreiber Radu (Florin Piersic, 48) und sein Bruder Calin das Kind wegnehmen? Als Tida auf dem Stachus einen Schwächeanfall erleidet, flüchtet Anuscha mit dem Kleinen, Calin verfolgt sie.

Wenig später ist das Neugeborene tot, in einer Kirche abgelegt. Auch Calin lebt nicht mehr, seine Leiche wird auf dem Bahnhofsklo gefunden. Wer hat wem was angetan? Und wo sind die Schwestern? Das will Radu genau so gerne wissen, wie Ivo Batic (Miroslav Nemec, 62) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, 58).

Lohnt sich das Einschalten?

Nur, wenn man sich am Fest der Nächstenliebe mit der rauen sozialen Wirklichkeit beschäftigen möchte. Als Krimi kommt das Bettler-Drama „Klingelingeling“ schwer in die Gänge, funktioniert eher als Sozialstudie. Klar, ein Weihnachts-„Tatort“ (man wusste gar nicht, dass es diese Tradition überhaupt gibt) entdeckt zwangsläufig sein Herz für Obdachlose und Zukurzgekommene, aber die ernsthaften Themen-Filme sind ja meist nicht als Knüller berühmt.

Zumal hier die Kommissare komplett überflüssig sind: Alles, was sie viel zu spät herausfinden, weiß der Zuschauer längst. Um diesen Leerlauf zu vertuschen, versuchen die Singles Franz und Ivo, ein Date für den Heiligabend klarzumachen und Wichteln bei der Polizei-Weihnachtsfeier.

Kurz mal wird’s spannend, dann ist der Fall eine Viertelstunde vor Schluss schon gelöst! So bleibt viel Zeit, um’s ausgiebig menscheln zu lassen. Nötig ist das alles nicht, aber was soll’s, seien wir nachsichtig: Es ist doch Weihnachten!

Die Rumänen-Schwestern Anuscha und Tida flüchten vor der Polizei und ihren Mafia-Chefs.
Die Rumänen-Schwestern Anuscha und Tida flüchten vor der Polizei und ihren Mafia-Chefs.  © ARD Degeto/BR/Walter Wehner