Die "Tüte" in Bielefeld wird zum Hotspot für Gewalt und Aggressivität

Architektonisch ist die "Tüte" in Bielefeld durchaus interessant. Aber sie lockt keine Architektur-Liebhaber an, sondern Alkoholiker, Junkies und Obdachlose.
Architektonisch ist die "Tüte" in Bielefeld durchaus interessant. Aber sie lockt keine Architektur-Liebhaber an, sondern Alkoholiker, Junkies und Obdachlose.

Bielefeld - Der S-Bahn-Eingang am Hauptbahnhof in Bielefeld, besser bekannt als "Tüte", ist schon lange ein Treffpunkt für Alkoholiker und Junkies. Selten sieht man hier keine leeren Vodka- und Bierflaschen auf dem Mauersockel in der Nähe stehen.

Längst ist dieser Ort kein schöner Anblick mehr (TAG24 berichtete). Die Folge: Die wahrscheinlich bekannteste Schmuddel-Ecke Bielefelds lockt immer mehr aggressive Menschen an. Und das, obwohl die Stadthalle, eines der Vorzeigeobjekte jeder Stadt, direkt dahinter liegt.

Schon am Mittag versammeln sich laut der Neuen Westfälischen bis zu 30 Personen auf dem Vorplatz. Sie sorgen bei Passanten und Bahnfahrern für Empörung und Unwohlsein.

Zum Teil diskutieren die Betrunkenen lautstark. Immer wieder kommt es zu handfesten Streitigkeiten. Wer kann, meidet es, direkt an den Pöblern vorbeizugehen.

Immer wieder wird die Polizei zu Einsätzen an die "Tüte" gerufen.
Immer wieder wird die Polizei zu Einsätzen an die "Tüte" gerufen.

Selbst diejenigen, die zum Eingang der Stadthalle wollen, machen einen großen Bogen um die Meute. Mit den Alkoholikern, Drogensüchtigen, Heimat- und Obdachlosen ins Gespräch kommen? Fast unmöglich!

Dazu sind sie viel zu misstrauisch. Nur eine 40-Jährige ist bereit, sich auf ein Gespräch einzulassen. Sie erzählt, dass sie durch falsche Freunde in die Szene abgerutscht sei. An der Tüte stehen viele Menschen, denen es genauso geht.

Erst seitdem die Polizei am Kesselbrink strengere Kontrollen durchführt, um dort gegen Drogenhandel vorzugehen, ist es am S-Bahn-Eingang an der Herbert-Hinnendahl-Straße noch schlimmer geworden.

Die Nordafrikaner, die von dort vertrieben wurden, sorgen jetzt an der Tüte für eine aggressivere und zum Teil sogar unerträgliche Stimmung. Die Flüchtlinge aus Algerien und Marokko belästigen Frauen und sind gewalttätig, berichtet die 40-Jährige.

Das Ergebnis ist, dass schon mehrere Obdachlose und Trinker von der Tüte vertrieben wurden, weil ihnen körperliche Gewalt angedroht wurde.

Titelfoto: Andreas Zobe, Christian Mathiesen


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