Preis-Schock beim Schulessen. Was Eltern künftig mehr bezahlen

MOPO24 hat bereits im September über Dresdens Essen-Teuerung berichtet.
MOPO24 hat bereits im September über Dresdens Essen-Teuerung berichtet.

Von Ronny Licht und Martin Friedemann

Chemnitz - Allein in der Chemnitzer Region sind etwa 40.000 Schüler von der Teuerung betroffen. Die Anbieter verweisen auf den Mindestlohn und hohe Energiekosten.

Die Volksseele kocht. Peter Lorenz (53) ist Vorsitzender des Landes-Elternrats: „Die Preise werden um 80 Cent ansteigen. Das wissen wir von den Anbietern.“

Bedeutet: Die günstigste Mahlzeit steigt von 2,20 auf 3 Euro, die teuerste von 2,60 auf 3,40 Euro.

Ähnliche Steigerungen drohen auch den Kindergärten. „Jetzt kommt alles auf den Prüfstand. Viele Eltern fordern mehr Qualität. Der Markt wird komplett umgekrempelt. Und in kleineren Schulen prüft man schon eigene Küchen.“

Der Caterer „CoWerk“ (2,50 Euro pro Mahlzeit) beliefert in Chemnitz 22 Schulen und acht Kindergärten.

Als Nachtisch noch ein kleiner Salat - viele Eltern hoffen auf mehr Qualität, wenn sie schon mehr bezahlen müssen.
Als Nachtisch noch ein kleiner Salat - viele Eltern hoffen auf mehr Qualität, wenn sie schon mehr bezahlen müssen.

„Wir begrüßen zwar den Mindestlohn. Allerdings wissen wir noch nicht, wie groß die Preiserhöhung wird“, sagt Vertriebsleiter Torsten Köhler (41).

Skepsis herrscht im Chemnitzer Stadtrat. Maik Otto (37, SPD): „Wir befürchten ein Vertrags- Chaos. Kein Anbieter wird bis zum Sommer, wenn die alten Verträge auslaufen, die neuen Kosten ohne Mehreinnahmen stemmen können.“

So gibt es in vielen Verträgen Kündigungsklauseln bei Preiserhöhungen. Peter Lorenz befürchtet daher: „Es kann passieren, dass einzelne Schulen Anfang des Jahres ohne Versorgung dastehen.“

Die Grünen hingegen haben bereits eine Finanzierungs-Idee. Stadtrat Thomas Lehmann (46) fordert eine Drittel-Finanzierung: „Neben Eltern und Stadt muss sich auch der Freistaat an den Kosten der Mahlzeiten beteiligen.“

Unterstützung kommt von der CDU: „Das ist keine schlechte Idee, das Essen muss erschwinglich sein“, sagt der Landtagsabgeordnete Alexander Dierks (27).

In Dresden läuft derzeit eine ähnliche Debatte:

Fotos: DPA, Zschage


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