Plötzlich steht der Hafencity ein Wald im Weg!

Steffen Szuggat (47), Chef des Stadtplanungsamtes, arbeitet am neuen Masterplan.
Steffen Szuggat (47), Chef des Stadtplanungsamtes, arbeitet am neuen Masterplan.

Von Dirk Hein

Dresden - Darf die Hafencity gebaut werden? Kommt der Globus-Markt im Alten Leipziger Bahnhof? Hinter den Kulissen bastelt die Stadtverwaltung seit Monaten an einem neuen „Masterplan Leipziger Vorstadt“ der die Bebauung neu regelt.

Fragen über Fragen - und jetzt sorgt ein neu gewachsener Wald auf dem Projektgelände für Ärger.
Steffen Szuggat (47), Chef des Stadtplanungsamtes, stellte in geheimer Sitzung unter anderem zwei mögliche Varianten einer neuen Bebauung des „Globus-Geländes“ vor.

Eine Variante plant weiter mit dem durch die Mehrheit im Stadtrat kritisch gesehen Globus-Supermarkt. Dies würde Wohnungen auf dem Gelände verhindern.

Die zweite Variante hat den Markt, wie von Rot-Rot-Grün gefordert, aus den Plänen heraus geworfen. Stattdessen sollen Wohnungen und kleine Gewerbeeinheiten entstehen.

Die Bäume auf dem Gelände entlang der Leipziger Straße sind so groß, dass sie mittlerweile als „Wald“ geschützt sind.
Die Bäume auf dem Gelände entlang der Leipziger Straße sind so groß, dass sie mittlerweile als „Wald“ geschützt sind.

Dort womöglich reicht die Bebauung bis an die Leipziger Straße heran. In Richtung Bahngleise könnte eine komplett neue Kleingartenanlage entstehen.

Alles schön und gut - den feinen Plänen steht plötzlich frisches Grün im Weg: Weil jahrelang nicht gebaut sondern nur geplant wurde, sind die Bäume auf dem Areal entlang der Leipziger Straße inzwischen so groß geworden, dass sie mittlerweile den Status eines geschützten „Waldes“ erhalten haben.

Wer bauen will muss mit entsprechend heftigen Auflagen rechnen.

Soll heißen: Es wird entweder um den Wald herum gebaut, oder die Fläche wird unter strengen Auflagen entwidmet und an anderer Stelle muss ein neuer Wald gepflanzt werden.

Zudem wurden laut Verwaltung schützenswerte Tiere, unter anderem Zauneidechsen, gefunden.

Der Globus-Markt ist damit aber noch nicht vom Tisch. Experten halten die gemessenen 45 Dezibel Lärm für extrem kritisch.

Demnach ist Wohnen auf dem Gelände allenfalls als Nebenaspekt möglich.

Die Stadt schweigt zu Details: „Es werden verschiedene Nutzungsformen geprüft. Insgesamt fließen die Aspekte des Naturschutzes und des Lärmschutzes mit ein“, windet sich Amtsleiter Szuggat.

In dem Masterplan wird auch geregelt, inwieweit eine abgespeckte Hafencity (USD) rund um den Neustädter Hafen entstehen kann. Laut Stadträten sind die Planungen dafür „auf einem guten Weg.“

Was macht eigentlich Regine Töberich?

Regine Töberich klagt gegen die Stadt Dresden.
Regine Töberich klagt gegen die Stadt Dresden.

Unabhängig von einer möglichen neuen Bebauung des Hafencity-Geländes läuft am Landgericht Dresden die Millionenklage auf Schadensersatz von Investorin Regine Töberich (51) gegen die Landeshauptstadt.

Wann es dabei zu einem Prozess kommt, ist völlig unklar. Aktuell haben die Anwälte der Stadtverwaltung eine Fristverlängerung eingefordert.

Neue Bauprojekte hat Frau Töberich laut eigener Aussage momentan in Dresden nicht auf dem Tisch - dafür aber in einer anderen Stadt in Deutschland. Wo genau, will die Investorin jedoch nicht verraten.

Fotos: Ove Landgraf, Thomas Türpe


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