Wer klaute die jüdischen Gedenk-Stolpersteine?

Vier „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die jüdische Familie Reichenbach wurden am 15. Oktober an der Andreas-Schubert-Straße gestohlen.
Vier „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die jüdische Familie Reichenbach wurden am 15. Oktober an der Andreas-Schubert-Straße gestohlen.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Wie würdelos! In einer Nacht-und-Nebel-Aktion klauten kürzlich Unbekannte die frisch verlegten „Stolpersteine“ der jüdischen Familie Reichenbach. Jetzt sammelt der Verein „Stolpersteine für Dresden“ Geld, um Ersatz an der Andreas-Schubert-Straße zu beschaffen.

Die Hinterbliebenen der Familie sind tief enttäuscht. „Die Angehörigen haben keinen anderen Ort der Erinnerung, kein Grab. Entsprechend entrüstet war die Familie, als sie von dem Diebstahl der Erinnerungssteine erfuhr“, so Ronny Geißler (41), der sich um die Verlegung in Dresden kümmert.

Die Familie Reichenbach wohnte in der Werderstraße 42 (heute Andreas-Schubert-Straße) in der Südvorstadt.

Der Künstler Gunter Demnig (68) erinnert mit den „Stolpersteinen“ an deportierte Opfer des Nationalsozialismus.
Der Künstler Gunter Demnig (68) erinnert mit den „Stolpersteinen“ an deportierte Opfer des Nationalsozialismus.

Martin Joachim Reichenbach wurde von Nazis ins KZ Dachau deportiert, gemeinsam mit seiner Frau Lotte im Jahr 1943 im Vernichtungslager Auschwitz getötet.

Die Stolpersteine sind eine Idee des Künstlers Gunter Demnig (68).

Er erinnert damit an deportierte Opfer des Nationalsozialismus, hat bereits über 40 000 Steine verlegt.

Mehr Infos unter www.stolpersteine-dresden.de.

Fotos: Sven Gleisberg, Stolpersteine für Dresden e.V.


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