Eine Familie jagt den Trabi-Dieb

Die Meißner Eva-Maria (61), Cornelius (20) und Hansjörg Weber (68) ärgern sich über den Verlust des Familien-Trabis.
Die Meißner Eva-Maria (61), Cornelius (20) und Hansjörg Weber (68) ärgern sich über den Verlust des Familien-Trabis.  © Eric Münch

Meißen – Nur 1500 Euro steht auf der Schadensrechnung für einen geklauten Trabi. Doch in dem Auto steckt eine ganze Familiengeschichte, die sich mit Geld nie wieder aufwiegen lassen wird. Doch noch haben die Webers aus Meißen ein wenig Hoffnung.

"Ich habe erst an mir selbst gezweifelt, als ich den Trabi nicht mehr in der Radeberger Straße in Dresden gefunden habe“, sagt Azubi Cornelius Weber (20).

"Ich habe alles abgesucht, aber er war einfach weg." Mittlerweile fahndet die Polizei nach der historischen „Pappe“. Für Cornelius weitaus mehr als nur ein

Auto: "Ich bin da schon als Kind mitgefahren, für mich stand immer fest, dass ich mal Trabi fahren will." Nach seinem Führerscheinerwerb 2014 bekam er den Wagen von seinen Eltern, steck- te jede Menge Geld und Arbeit in den Kombi. "Im Frühjahr 2015 bin ich nach Döllnitz bei Halle gefahren“, so Cornelius.

"Ich habe dort den Motor regenerieren lassen.“ Im nächsten Frühjahr sollte noch neuer Lack drauf. Gekauft hat den Trabi der Vater von Cornelius, der Meißner Arzt Hansjörg Weber (68). Und zwar im August 1989, also drei Monate vor dem Mauerfall für 16.000 DDR-Mark. Schlappe 16 Jahre hatte der Doktor er auf den Wagen gewartet.

Dabei war der Fall der Familie bereits als dringlich eingestuft... Gemahlin Eva-Maria (61) fuhr den Trabi dann bis zu einem Unfall 2001. Danach wartete er in einer Garage, denn Verschrotten kam für das "Familienmitglied" nicht in Frage. "Das ist nicht nur ein Auto", sagt Hansjörg Weber. "Das ist ein Teil von uns, von unserem Leben."

Die Meißner Familie hofft jetzt, dass der Wagen doch wieder auftaucht. Unverwechselbar: eine kleine Delle an der rechten Seite. Und die Stoßstange wurde mit Chrom lackiert, die Antenne befindet sich links, nicht wie normal rechts.

Update 17 Uhr: Wie die Dresdner Polizei inzwischen mitteilte, stellte sich nach einem Hinweis heraus, dass der Trabi nicht geklaut, sondern abgeschleppt worden war - weil er auf einem Behindertenparkplatz stand.



		
	
	
		
			
				
					
						Der geliebte Trabi gehörte bei den Webers seit 1989 zur Familie.
Der geliebte Trabi gehörte bei den Webers seit 1989 zur Familie.

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