Diese englische Lady entscheidet über Leipzigs finanzielles Schicksal

Sie leitet die Verhandlung vor dem "Court of Appeal": Lady Elisabeth Gloster (67).
Sie leitet die Verhandlung vor dem "Court of Appeal": Lady Elisabeth Gloster (67).  © DPA

London/Leipzig - Eine britische Perückenträgerin entscheidet zusammen mit zwei Kollegen über die finanzielle Zukunft der Stadt Leipzig: Richterin Lady Elisabeth Gloster (67).

Vor dem Londoner „Court of Appeal“, dem Berufungsgericht von England und Wales, begann gestern der zweite Prozess um die millionenschweren Finanzdeals der Leipziger Wasserwerke (KWL).

Eröffnet wurde die Schlacht um 500 Millionen Euro, die die Schweizer Großbank UBS wegen geplatzter Finanzwetten von der KWL inklusive Zinsen und Anwaltsgebühren verlangt (TAG24 berichtete), von den „Barristern“ der Bank.

Diese anwaltlichen Wortführer haben insgesamt drei Tage Zeit, den königlichen Court von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Anschließend dürfen die von Leipzig aufgestellten „Barrister“ in drei Tagen argumentieren.

Über Leipzigs Schicksal entscheiden die Vizepräsidentin des Gerichts, Lady Elisabeth Gloster (67), sowie die Richter Sir Michael Briggs (62) und Sir Nicholas Hamblen (59). Wie es auf der Insel seit über 300 Jahren Tradition ist, trägt das Triumvirat gelockte Rosshaar-Perücken. Auch die „Barrister“ haben das oft juckende Statussymbol auf dem Schopfe. Das Modell für Anwälte verfügt noch über zwei handgeknüpfte Schwänzchen.

Dass der Finanzskandal in London und nicht in Sachsen verhandelt wird, liegt einerseits daran, dass die Skandal-Verträge zwischen UBS und KWL eine Zuständigkeitsklausel für London beinhalten. Zudem reichte die Bank als Erste Klage in London ein. Das Urteil wird im Herbst erwartet.

Hier wird verhandelt: Die Königlichen Gerichtshöfe residieren in diesem neugotischen Prachtbau an "The Strand" in London.
Hier wird verhandelt: Die Königlichen Gerichtshöfe residieren in diesem neugotischen Prachtbau an "The Strand" in London.  © 123RF
Die Wasserwerke-Zentrale in Leipzig. Unter Ex-Geschäftsführer Klaus Heininger war sie ein Hort der Korruption.
Die Wasserwerke-Zentrale in Leipzig. Unter Ex-Geschäftsführer Klaus Heininger war sie ein Hort der Korruption.  © DPA

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0