Diese Sachsen ließen sich Kokain mit DHL liefern

Vincenzo R. (46) soll das Kokain in Kolumbien bestellt haben.
Vincenzo R. (46) soll das Kokain in Kolumbien bestellt haben.

Von Steffi Suhr

Dresden - Unglaublich dreist oder grenzenlos einfältig? Daniel D. (39) und Vincenzo R. (46) ließen sich laut Anklage 791 Gramm Kokain aus Kolumbien per DHL liefern. Jetzt ist Prozess am Landgericht.

Im September 2015 untersuchte der Zoll im DHL-Verteilzentrum Leipzig ein verdächtiges Paket. Adressiert an Vincenzo R., Chef eines Modegeschäftes in Dresden.

Inhalt: Ein EKG-Monitor in dem Kokain steckte. Die Zöllner entnahmen 245 Gramm, schickten das Paket weiter - inklusive Observierung. Als die Männer in der Gartenlaube von Daniel den Monitor zertrümmerten, um an das Koks zu kommen, klickten Handschellen.

„Ich hatte den Laden von Vincenzo ausgebaut“, so der offenbar zu gutmütige Daniel. „Er blieb Geld schuldig, gab aber weitere Aufträge, vertröstete mich immer wieder.“ Und dann habe Vincenzo ein Drogengeschäft organisieren wollen, um die Finanzen aufzubessern.

„Ich hielt das für eine einmalige Aktion. Ich kenne mich doch damit überhaupt nicht aus“, so Daniel, der sogar die Idee hatte, den Monitor später zurückzusenden. „Als Reklamation, um die Kosten zurückzuholen.“ Es kam anders.

Vincenzo R. machte gestern keine Angaben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Daniel D. (39) sagte gestern umfangreich im Gericht aus.
Daniel D. (39) sagte gestern umfangreich im Gericht aus.

Fotos: Holm Helis


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