Diese Stadt lässt Schaufensterpuppen den Verkehr regeln

Bangalore (Indien) - In Bangalore regeln seit ein paar Wochen zusätzlich zu den Polizisten auch noch Schaufensterpuppen den Straßenverkehr der Großstadt. Wirklich ambitioniert können die ihren Job allerdings nicht erledigen.

In Bangalore werden jetzt Schaufensterpuppen eingesetzt, um den Verkehr zu regeln.
In Bangalore werden jetzt Schaufensterpuppen eingesetzt, um den Verkehr zu regeln.  © Screenshot/Twitter/kingfisherontap

Bisher ist es ein Experiment der Stadt, berichtet die "BBC". Aber wozu?

Beamte und Verantwortliche gehen davon aus, dass Menschen sich richtig und ordnungsgemäß im wuseligen Straßenverkehr der indischen Großstadt verhalten, wenn sie einen Verkehrspolizisten von weitem sehen.

Warum sollte dann nicht auch eine Attrappe in Form einer verkleideten Schaufensterpuppe genügen, wenn einzig und allein die Anwesenheit einer überprüfenden Instanz zum korrekten Verhalten im Straßenverkehr führt?

Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen für die Aktion und stellten die Puppen an viel befahrenen Knotenpunkten der Stadt auf.

Zwar stehen die Puppen nur herum, erwecken aber dennoch von weiter weg betrachtet den Eindruck eines echten Beamten.

Um die Täuschung abzurunden, sind sie tatsächlich genau so gekleidet, wie ihre menschlichen Kollegen, inklusive Warnweste, Uniform, Staubmaske und einer Kelle in der Hand.

Das soll schon ausreichen, um die wilden Autofahrer im Zaum zu halten.

Wird das Experiment "Schaufensterpuppe" scheitern?

Diese Schaufensterpuppe wirkt etwas unmotiviert.
Diese Schaufensterpuppe wirkt etwas unmotiviert.  © Screenshot/Twitter/SaysSanjeev

Also fast, denn regelmäßig werden die Puppen an andere Stellen verschoben, oder auch von echten Polizisten ersetzt, damit die Autofahrer niemals sicher sein können, ob es sich jetzt um einen echten Polizisten handelt oder nur um eine gut angezogene Attrappe, berichtet der "Independent".

"Die Idee, diese Schaufensterpuppen jeden Tag an einem anderen Ort zu platzieren, liegt daran, dass sich die Menschen anders verhalten, wenn ein Polizist an der Kreuzung anwesend ist", begründet Verkehrsleiter Ravikante Gowda die ungewöhnliche Aktion der "BBC".

Ob dieses Vorgehen tatsächlich eine Alternative zum menschlichen Verkehrspolizisten oder einfach nur eine andere Form der Vogelscheuche ist, wie ein Twitter-Nutzer vermutet, wird erst die Zeit zeigen.

Wirklich erfolgversprechend scheint es aber nicht zu sein.

Das vermutet zumindest die PR-Expertin Saleela Kappan: "Diese Schaufensterpuppen sehen im Vergleich zu unseren indischen Polizisten zu fit und fair aus, um auf die Straße geschickt zu werden. Ich glaube nicht, dass es einen Sinn ergibt, denn Menschen verstoßen gegen die Verkehrsregeln, auch wenn Polizisten selbst an diesen Kreuzungen anwesend sind."

Für nette Selfies sind sie aber immerhin schon mal geeignet.


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