Diese Männer jagen dem Unwetter hinterher!

Die Sturmjäger sind immer auf der Jagd nach ungewöhnlichen Motiven am Himmel.
Die Sturmjäger sind immer auf der Jagd nach ungewöhnlichen Motiven am Himmel.

Von Jan Berger

Annaberg-Buchholz - Wenn die meisten Menschen Schutz in den eigenen vier Wänden suchen, dann ziehen sie ins Freie: Die „Sturmjäger“ aus dem Erzgebirge jagen den Unwettern hinterher. Sie freuen sich, wenn es blitzt, stürmt und kracht.

In dieser Woche hatten sie reichlich zu tun, um Fotos zu schießen und Videos zu drehen.

Besonders in den Sommermonaten beobachtet Bernd März (30) aus Sehmatal intensiv die Wetterkarten: „Über das Internet verfolge ich zehn oder zwölf Computermodelle. Mit etwas Erfahrung berechne ich dann recht genau, wann und wo ein Sturm oder das Gewitter aufzieht.“

Bis zu 25.000 Kilometer fährt er pro Jahr auf der Jagd nach Unwettern.

Ein Job nicht ohne Risiken. Man dürfe keine Angst, aber Respekt von der Naturgewalt haben, so Jens Weißbach (47).
Ein Job nicht ohne Risiken. Man dürfe keine Angst, aber Respekt von der Naturgewalt haben, so Jens Weißbach (47).

Zum einem treibt ihn die Faszination an Mutter Natur, andererseits lassen sich hervorragende Wetterbilder auch ganz gut verkaufen.

März: „Es gibt auch jedes Mal etwas Neues.“

Bereits als 17-Jähriger trat er dem Verein Skywarn bei. Dort meldet er die Stärke der Gewitterzelle oder die Dicke der Hagelkörner.

Bernd März: „Das sehen die Wetterfrösche auf dem Regenradar nicht, sie sind für ihre Warnungen auf Leute vor Ort angewiesen.“

Mitunter nur fünf Minuten später hört er dann seine Meldung im Radio...

Um gute Bilder zu erwischen, muss er immer kurz vor dem Unwetter an Ort und Stelle sein. „Als Anfänger stand ich mal mitten in einem Tornado. Mit meiner jetzigen Erfahrung wäre mir das nicht passiert.“

Ein ordentliches Gewitter bietet immer eine Vielzahl an spektakulären Aufnahmen.
Ein ordentliches Gewitter bietet immer eine Vielzahl an spektakulären Aufnahmen.

„Angst darf man keine haben“, sagt auch Jens Weißbach (47) aus Amtsberg - ein weiteres Mitglied der siebenköpfigen Sturmjäger-Crew.

„Aber man sollte den Naturgewalten Respekt zollen.“

Er sucht sich am liebsten die Kuppe eines Berges für die Jagd nach dem perfekten Blitz aus. „So hat man die beste Übersicht, ist aber auch sehr gefährdet.“

Deshalb ziehen sich die Unwetterfotografen auch schnell ins Auto zurück, wenn die Blitze zu nahe kommen. Und sobald es regnet, suchen sie sich wieder einen geeigneteren Standort.

Mehr Infos gibt's hier.

Bernd März (30) ist bereits mit 17 Jahren dem Verein Skywarn beigetreten, deren Mitglieder sich gegenseitig über neueste Entwicklungen informieren.
Bernd März (30) ist bereits mit 17 Jahren dem Verein Skywarn beigetreten, deren Mitglieder sich gegenseitig über neueste Entwicklungen informieren.

Fotos: Bernd März, Sven Gleisberg, Jens Weißbach


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