Muss Sachsens Polizei ihre Dienstwagen zurückgeben?

Wie viele Volkswagen der sächsischen Ministerien zurückgerufen werden müssen, weil sie manipuliert wurden, ist noch unklar.
Wie viele Volkswagen der sächsischen Ministerien zurückgerufen werden müssen, weil sie manipuliert wurden, ist noch unklar.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Der Abgas-Skandal nimmt kein Ende. Volkswagen drohen Milliarden-Strafen, vielen Kunden Rückrufaktionen. Doch auch Sachsens Ministerien und Behörden sind von der Affäre betroffen.

Es rollen nämlich tausende VW-Dienstwagen durch den Freistaat.

Die Polizei trifft es besonders hart, verfügt sie doch über die größte VW-Flotte. Die sächsische Polizei hat etwa 2500 Dienst- und Einsatzfahrzeuge.

Davon sind insgesamt 1475 Volkswagen (59 Prozent). Mercedes-Benz hat einen Anteil von 27 Prozent an der Fahrzeugflotte, Opel macht nur 5 Prozent der Flotte aus. Der Rest stammt von anderen Herstellern.

Wie viele der 1475 Volkswagen manipuliert sind, ist noch unbekannt. „Die Antworten des Volkswagenkonzerns gegenüber dem Innenministerium zu den angefragten Marken stehen noch aus“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums.

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) wird einige VW-Polizeifahrzeuge in die Werkstatt schicken.
Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) wird einige VW-Polizeifahrzeuge in die Werkstatt schicken.

Unklar seien deshalb auch Zeitpunkt und Umfang einer möglichen Rückrufaktion.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (56, CDU) reist übrigens in einem Audi A8 L 4.2 TDI (350 PS) durch den Freistaat. Sein Fahrzeug dürfte nicht betroffen sein.

Insgesamt parken bei sächsischen Ministerien und Behörden über 4200 Fahrzeuge. Im Jahr 2014 gab der Freistaat 6,42 Millionen Euro für neue Fahrzeuge aus, investierte rund 20 Millionen Euro in die bestehende Fahrzeugflotte.

Bundesweit muss Volkswagen im Skandal um manipulierte Motor-Software rund 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge zurückrufen.

Fotos: Actionpress, dpa


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