Stark! Dieser Bielefelder erobert mit seiner Nähmaschine die ganze Welt

Eike Lang (27) schneidert mit seiner Nähmaschine in der heimischen WG.
Eike Lang (27) schneidert mit seiner Nähmaschine in der heimischen WG.  © Eike San

Bielefeld - Mit viel Liebe zum Detail entsteht bei Eike Lange das ganz Besondere. Seit vier Jahren sitzt der 27-jährige Bielefelder nun schon hinter der Nähmaschine. Unter seinem Label "Eike San" fertigt er Klamotten und versendet diese in die ganze Welt.

Weil ihm sein Studium zum Wirtschaftsingenieur zu theoretisch war, wollte der junge Modeschöpfer nebenbei etwas Produktives mit sichtbarem Erfolg machen. Er entdeckte die Näherei für sich.

Nachdem sich der Bielefelder alles, was er über das Nähen wissen musste, selbst beigebracht hatte, gründete er vor drei Jahren sein Label.

Der Name dafür war schnell gefunden. Er wählte seinen Spitznamen, den er schon zu Ausbildungszeiten bekommen hatte: "Eike San". Japanische Kunden und Kollegen nannten ihn während seiner vorherigen kaufmännischen Ausbildung so, was so viel heißt wie Herr Eike.

Bei "Eike San" wird Fairwar groß geschrieben.
Bei "Eike San" wird Fairwar groß geschrieben.  © Jens Brüggemann

Inzwischen bedruckt er T-Shirts und Pullis und näht Taschen und Rucksäcke.

An Ideen mangelt es dem 27-Jährigen dabei nicht. Von der Wundertüte, wie er seine Rucksäcke nennt, die an Turnbeutel erinnern, über das "Sprühlings"-Shirt, bis hin zu "Lecker Reste", wie er den Outletstore seines Onlineshops nennt.

Auch mit kritischen Stimmen kann er umgehen und sagt: "Gerade Kritik finde ich wichtig, denn nur so kann ich etwas verbessern und darum geht es mir nämlich auch."

Wichtig ist ihm zudem, dass seine Stoffe, die von ihm "veredelt" werden, also einen Siebdruck oder ähnliches enhalten, aus einer fairen Herstellung kommen.

Auch wenn seiner Meinung nach viele stöhnen, weil auf seinem Etikett Indien steht, ist es ihm nicht wichtig, wo die Kleidung hergestellt wird, sondern wie. Daher gebe es bei ihm auch nur Fairwear.

Auch in der Uni kommen die Klamotten gut an.
Auch in der Uni kommen die Klamotten gut an.  © Jens Brüggemann

Am liebsten näht der Jungdesigner aber Rücksäcke, wie er selbst sagt: "Der ganze Prozess macht dabei Spaß. Man bekommt das Material auf Meterrollen geliefert und nach ein paar Stunden Schnippelei und Schneiderei ist daraus ein vollwertiger Rucksack entstanden."

Auch Zukunftsziele hat der Modeschöpfer schon. Da er noch keine Angestellten hat, würde er gern Personen beschäftigen, um um sich herum ein großartiges Team aufzubauen. Bisher helfen ihm seine Freunde ab und an und natürlich seine Freundin, die für ihn eine riesige Hilfe ist, wenn es mal wieder um Liefertermine und neue Klamotten geht.

Mittlerweile verschickt er seine Klamotten sogar europaweit und darüber hinaus. So hat er schon Kleidungsstücke in die USA, nach Indien und nach Australien versandt.

Geld für neue Kleidung muss er aber eigentlich nicht mehr ausgeben, da er ja mittlerweile an der Quelle sitzt.

Titelfoto: Eike San


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