Dieser Einbruch ging in die Hose!

Der 41-jährige Vano M. - Sportlehrer - wird von einem Polizisten in den Gerichtssaal geführt.
Der 41-jährige Vano M. - Sportlehrer - wird von einem Polizisten in den Gerichtssaal geführt.

Von Steffi Suhr

Dresden - Zwei georgische Ganoven wollten im März in Hohenstein-Ernstthal einen Getränkemarkt knacken. „Dazu kam es aber nicht, weil einer der beiden Durchfall bekam“, referierte der Staatsanwalt am Mittwoch im Amtsgericht Dresden, wo die beiden auf der Anklagebank saßen.

Na, das ging ja mächtig in die Hose! Mamu C. (47) und Vano M. (41) reisten am 28. März aus Georgien ein, um hier einer Einbrecherbande zu helfen, die seit Monaten in Sachsen Getränkemärkte plünderte (Schaden: 100.000 Euro).

Gegen den Bandenchef, der sich „Babu“ nannte, ermittelte bereits eine Soko, hörte Telefonate ab, war ihm dicht auf den Fersen.

Und so hörte die Polizei auch an dem Tag mit: „Wir erfuhren, dass die Männer am Bahnhof ankamen, Kontakt mit dem Chef aufnahmen und nachts mit ihm nach Flöha fuhren“, so ein Fahnder.

Automechaniker Mamu C. (47) verdeckt sein Gesicht, bevor er in den Gerichtssaal geführt wird.
Automechaniker Mamu C. (47) verdeckt sein Gesicht, bevor er in den Gerichtssaal geführt wird.

Am dortigen Lidl werkelten Automechaniker Mamu und Sportlehrer Vano aber vergeblich an den Gittern. „Bis der Chef alles abbrach und sie nach Hohenstein-Ernstthal schickte“, so der Ermittler, der mithörte. „Sie sollten in den Getränkemarkt einbrechen.

Plötzlich aber war von Durchfall die Rede und die Sache wurde wieder abgebrochen.“ Doch die Ermittler hatten genug gehört: Sie stoppten das Auto der drei Täter, nahmen sie fest. Bandenchef „Babu“ wartet seither in der U-Haft auf seine Anklage.

Mit den „kleinen Lichtern“ Mamu und Vano machte der Amtsrichter kurzen Prozess, verurteilte jeden zu acht Monaten Haft.

„Es ist eine Schande, dass Menschen mit Ihrer Ausbildung herkommen, um zu klauen“, sagte der Richter, der die Strafen zwar zur Bewährung aussetzte, aber beiden noch je 500 Euro Geldauflage aufbrummte.

Übrigens: Welcher der Ganoven seinerzeit die Hosen voll hatte, wurde aus Taktgefühl verschwiegen.

Fotos: Christian Suhrbier


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