Dieser Familienpapa soll 65 Autos geklaut haben!

Jan H. (40) wird aus der U-Haft in den Prozess geführt. Er soll für 65 Autodiebstähle verantwortlich sein.
Jan H. (40) wird aus der U-Haft in den Prozess geführt. Er soll für 65 Autodiebstähle verantwortlich sein.

Von Stefan Ulmen

Dresden - Werden der „Krokodil“-Bande jetzt die Zähne gezogen? Seit Dienstag steht ein weiteres Mitglied der berüchtigten Automafia vor dem Landgericht, die in Dresden und Tschechien 177 Autos geknackt und gestohlen haben soll.

Und diese Woche ist auch noch der Kopf der Krokodil-Bande dran.

Von 2012 bis 2014 wurden (zumeist in Dresden) Fahrzeuge in Größenordnungen geklaut - hauptsächlich Skoda (Octavia und Fabia) und VW (Golf und T 4).

Der Stand liegt laut Chefermittler und Staatsanwalt Thomas Hellmich (40) aktuell bei mittlerweile 14 Bandenmitgliedern und 77 gestohlenen Wagen. Dazu kommen 100 weitere in Tschechien - der geschätzte Gesamtschaden liegt rund 1,3 Millionen Euro.

65 der 177 geklauten Wagen schreibt die Anklage Jan H. (40) zu, der in Handschellen aus der U-Haft zum Prozess geführt wurde. Der Kfz-Mechaniker soll in seiner versteckt liegenden Werkstatt in einem Steinbruch in Usti nad Labem die gestohlenen Autos zerlegt und die Teile vertickert haben.

Zuvor hatten die Transport-Kuriere aus Deutschland 1000 Euro für einen Skoda Octavia, bis zu 2000 Euro für einen VW T 4 und 500 Euro für einen Skoda Fabia bekommen.

Jan H., äußerlich ein unscheinbarer Familienvater (zwei Töchter), berichtete bereitwillig aus seinem Leben. „Ich habe mich schon immer für Autos interessiert.“

Zu den Vorwürfen der Anklage schwieg er. Immerhin: Er saß schon mal im Gefängnis - wegen Körperverletzung und Hehlerei. Prozess geht weiter.

PS.: Für Bandenchef Vladimir L. (45), dem zusammen mit zwei Komplizen seit Dezember 2014 der Prozess gemacht wird, forderte Staatsanwalt Hellmich 8,5 Jahre Knast, die beiden Mittäter sollen 5,5 und vier Jahre hinter Gitter.

Foto: Ove Landgraf


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