TSG-Mäzen Dietmar Hopp sorgt sich um Gesundheit von Greta Thunberg

Sinsheim - Die Eltern der Umweltaktivistin Greta Thunberg sollten nach Ansicht des SAP-Mitbegründers und umweltbewussten Stifters Dietmar Hopp stärker auf die Gesundheit ihrer Tochter achten.

Dietmar Hopp glaubt, dass der Hype um die Klimaaktivistin Greta Thunberg (Foto) ihr körperlich zusetze.
Dietmar Hopp glaubt, dass der Hype um die Klimaaktivistin Greta Thunberg (Foto) ihr körperlich zusetze.  © Antonio Calanni/AP/dpa

"Das ist für das Mädchen nicht gut, es macht sie kaputt", sagte Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung" mit Blick auf die viele Aufmerksamkeit für die 16-Jährige.

Sie habe viel bewegt und angestoßen. Zuletzt aber habe sie sehr müde ausgesehen. "Es ist wichtig, was ihre Eltern angestoßen haben, aber sie wollen offenbar nicht sehen, dass sie ihr Kind überstrapazieren."

Wer jetzt noch nicht davon überzeugt sei, dass der Klimawandel uns alle bedrohe, der werde sich auch durch weitere spektakuläre Auftritte von Greta Thunberg davon überzeugen lassen, sagte der 79-jährige gebürtige Heidelberger weiter. Beim Kampf gegen den Klimawandel gehe es um die Zukunft der Jugend und der Kinder.

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Die Freitagsdemonstrationen seien als Weckruf notwendig gewesen. "Die Kinder sollten aber jetzt wieder in die Schule gehen, der Protest müsste nun in eine neue Phase übergehen."

Die nach ihm benannte Dietmar Hopp Stiftung gründete 2014 die Klimastiftung für Bürger. Allen Stiftungsaktivitäten gemeinsam soll sein, Menschen generationenübergreifend zur Nachhaltigkeit zu motivieren und Mut zur Veränderung zu machen.

Dietmar Hopp wünscht sich mehr gesellschaftliches Engagement im Profifußball

Dietmar Hopp (79) ist Mäzen des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.
Dietmar Hopp (79) ist Mäzen des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.  © Uwe Anspach/dpa

Der zweifache Vater Hopp hat nach eigenen Worten in die im Oktober dieses Jahres eröffnete "Klima Arena" in Sinsheim 45 Millionen Euro investiert.

Dabei handelt es sich um einen Erlebnisort, der die Folgen des menschlichen Konsums veranschaulichen soll. Der 79-Jährige wünscht sich in diesem Zusammenhang noch mehr gesellschaftliches Engagement bei anderen Fußball-Clubs.

"Der Fußball steht im Fokus. Und er hat eine große Kraft. Daraus resultiert Verantwortung und aus Verantwortung leitet sich Handeln ab. Das gesellschaftliche Engagement müsste meiner Meinung nach sogar noch stärker ausgeprägt sein", sagte er.

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Hopp verwies auf die Initiativen und Projekte der Hoffenheimer, die unter dem Leitmotiv "TSG ist Bewegung" gebündelt sind.

"Der Verein wird danach ausgerichtet und damit ist einiges zu bewegen. Gerade in der Klimadiskussion", sagte der 79-Jährige. "Das sieht man ja auch zum Beispiel in Mainz, St. Pauli oder Bremen. Auch dort hat die Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Ich würde mir wünschen, dass dies bei allen ankommt und sie das Thema entsprechend auf ihre Agenda setzen."

Hopp räumte in dem Interview ein, dass ihm sein Engagement mal immer wieder vergällt werde "durch die Krakeeler aus den Kurven". Der Mehrheitseigner der TSG gilt für viele Fans aus anderen Vereinen als Feindbild und wird bei Spielen immer wieder mit Schmähgesängen oder entsprechenden Plakaten angegriffen.

"Ich hoffe immer noch, dass das irgendwann einmal versiegt", sagte er und ergänzte mit Blick auf den Liga-Konkurrenten Hertha BSC: "Je mehr Investoren wie zum Beispiel nun auch wieder Lars Windhorst in Berlin auf die Bühne treten, desto klarer sollte doch werden, dass das, was ich aufgebaut habe, fundamental anders ist."

Hopp ist durch seine Stiftung vielseitig engagiert, Hoffenheim ist sein Heimatclub, für den er einst auch selbst spielte.

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