Tatverdächtiger stirbt bei versuchter Festnahme: Obduktion soll Aufschluss geben

Offenbach - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt nimmt beim Tod eines Mordverdächtigen während dessen versuchter Festnahme in Dietzenbach (TAG24 berichtete) weiterhin Selbstverletzung als Todesursache an.

Zwar kamen auch Taser der Beamten zum Einsatz, für den Tod des Mannes sollen trotzdem erhebliche Stichverletzungen verantwortlich sein, die er sich selbst zugefügt haben soll.
Zwar kamen auch Taser der Beamten zum Einsatz, für den Tod des Mannes sollen trotzdem erhebliche Stichverletzungen verantwortlich sein, die er sich selbst zugefügt haben soll.  © Einsatzreport Südhessen/Alexander Keutz

Ein Sprecher der Zweigstelle Offenbach sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, möglicherweise seien auch Taser bei der Verhaftung eingesetzt worden.

Todesursache seien dennoch wahrscheinlich schwere Verletzungen, die sich der 66-Jährige während seiner Festnahme selbst zugefügt habe.

Eine für Donnerstagnachmittag geplante Obduktion sollte Klarheit liefern, sagte der Sprecher.

Eine Spezialeinheit der Polizei hatte am Mittwoch versucht, den Mann in seiner Wohnung im Kreis Offenbach festzunehmen. Wie die Staatsanwaltschaft nun bestätigte, lebte er im selben Haus wie ein im Juni getötetes Ehepaar.

Der Mann stand unter Verdacht, seine 61-jährige Nachbarin und ihren 64 Jahre alten Ehemann ermordet zu haben. Auch das Polizeipräsidium Südosthessen hatte am Mittwoch angegeben, dass der Verdächtige sich selbst verletzt habe.

Kurzzeitige Befürchtungen, in der Wohnung des 66-Jährigen befinde sich ein Sprengsatz, hatten sich bald als unbegründet herausgestellt.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

UPDATE, 17.28 UHR: VORLÄUFIGES OBDUKTIONSERGEBNIS BEKANNT

Der bei einem Festnahmeversuch in Dietzenbach gestorbene Verdächtige hat sich nach Erkenntnissen der Ermittler selbst mit einem Messer tödlich verletzt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Donnerstag auf Anfrage mit und berief sich dabei auf das vorläufige Obduktionsergebnis.

Titelfoto: Einsatzreport Südhessen/Alexander Keutz


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