Dioxin-Fund im Naturschutzgebiet: So stark ist der Boden verseucht

Hamburg - Nach dem Dioxinfund im Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Osten Hamburgs haben die Behörden für die angrenzenden Wohngebiete Mümmelmannsberg und Boberg Entwarnung gegeben.

Mitarbeiter einer Spezialfirma haben im Oktober vergangenen Jahres in Schutzanzügen Bodenproben im Naturschutzgebiet genommen.
Mitarbeiter einer Spezialfirma haben im Oktober vergangenen Jahres in Schutzanzügen Bodenproben im Naturschutzgebiet genommen.  © dpa/Bodo Marks

In der Umgebung der Fundstelle seien keine weiteren Belastungen mit dem hochgiftigen Stoff gefunden worden, teilten Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) und Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag mit.

Dies habe die Analyse von 900 Bodenproben ergeben, die seit Herbst vergangenen Jahres ausgewertet worden seien.

Auch im Grundwasser sowie in Pilzen, Beeren und Fischen aus zwei nahe gelegenen Teichen seien keine erhöhten Dioxin-Werte festgestellt worden.

An der Fundstelle der ersten Bodenprobe am Hang eines Bahndammes liege der gemessene Wert aber deutlich über den für Wohn- und Freizeitflächen gültigen Grenzwert von einem Mikrogramm Dioxin pro Kilogramm.

"Die betroffene Fläche muss auf jeden Fall saniert werden", sagte Kerstan. Derzeit würden Art und Umfang der dafür nötigen Arbeiten geprüft.

Bei einer routinemäßigen Bodenprobe war dort im Sommer vergangenen Jahres eine um das 700-fache des Grenzwerts überhöhte Belastung mit dem Umweltgift entdeckt worden (TAG24 berichtete). Der höchste jetzt gemessene Wert lag bei 24 Mikrogramm pro Kilogramm.

Die Messung hatte Erinnerungen an den Dioxin-Skandal um die Chemiefirma Boehringer in den 1980er Jahren wach werden lassen (TAG24 berichtete).

Die Behörden gehen davon aus, dass das Dioxin auch im aktuellen Fall aus der Pflanzenschutzmittelproduktion der Firma stammt.

Titelfoto: dpa/Bodo Marks

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