Diplomaten begehen häufig Fahrerflucht! Dürfen die das?

Berlin - Ausländische Diplomaten in Berlin fallen durch häufige Fahrerflucht auf. Die Autos der Botschaften waren im vergangenen Jahr an 79 Verkehrsunfällen beteiligt.

Amerikanische Diplomaten liegen auf der Liste der Verkehrssünder ganz oben. (Symbolbild)
Amerikanische Diplomaten liegen auf der Liste der Verkehrssünder ganz oben. (Symbolbild)

In 50 Fällen lag der Verdacht des unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor, wie die Senatsinnenverwaltung auf eine CDU-Anfrage antwortete.

Das entspricht einem Anteil von 63 Prozent. Die Quote aller Fahrerfluchten zur Gesamtzahl der Unfälle in Berlin lag 2018 bei 23 Prozent.

Weil die Diplomaten wegen ihrer Immunität nicht verfolgt werden, stellte die Staatsanwaltschaft sämtliche Ermittlungsverfahren ein.

Autofahrer, die an einem Unfall beteiligt sind, müssen vor Ort auf den Besitzer des anderen Fahrzeugs warten oder die Polizei rufen.

Insgesamt registrierte die Polizei 21.174 Ordnungswidrigkeiten von Fahrern von Autos mit einem Diplomatenkennzeichen, die ebenfalls alle nicht bestraft wurden.

Meistens ging es um falsches Parken und zu schnelles Fahren. Die Summe der Bußgelder hätte 390.000 Euro betragen.

In Berlin sind 2.706 Autos von Botschaften und einigen internationalen Organisationen zugelassen. Die meisten haben die USA (264 Fahrzeuge), Russland (158) und China (115). Auf der Liste der Verkehrssünder liegen die USA und Russland daher mit vielen Verstößen auf den Plätzen eins und vier.

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