Umstrittener AfD-Stadtrat erneut vor Gericht

Dippoldiswalde - Nächster Prozess für den umstrittenen AfD-Stadtrat Thomas Prinz (47) aus Freital. Erst im Juli wurde der mehrfach vorbestrafte gelernte Schuhmacher in Meißen wegen Amtsanmaßung verurteilt. Am Montag soll er in Dippoldiswalde vor den Amtsrichter und sich wegen Vortäuschens von Straftaten und Betruges verantworten.

Im Amtsgericht Meißen wurde AfD-Stadtrat Thomas Prinz (47) von seiner Bekannten (62) begleitet. In Dippoldiswalde müssen beide auf die Anklagebank.
Im Amtsgericht Meißen wurde AfD-Stadtrat Thomas Prinz (47) von seiner Bekannten (62) begleitet. In Dippoldiswalde müssen beide auf die Anklagebank.  © Thomas Türpe

Der Staatsanwalt wirf dem Stadtrat von Freital vor, sich bei der Polizei zweimal als Raubopfer ausgegeben zu haben. Jedes mal sei ihm ein Tablet auf offener Straße entrissen worden.

Die Täter waren "russisch sprechende" wahlweise "arabisch sprechende" Personen gewesen. Prinz zeigte der Polizei sogar den "arabischen Täter", der prompt zum Haftrichter gebracht wurde.

Aber: Bei einer Hausdurchsuchung fanden sich die Geräte bei Prinz an.

Mit seiner mitangeklagten Bekannten (62) forderte er laut Anklage für die "geraubten Tablets" Schadenersatz von der Versicherung, was die Justiz als Betrug einstuft.

Erst im Juli flog Prinz, der sich im Wahlkampf als "Gerichtsmediziner" betitelte, als Hochstapler im Gericht Meißen auf.

Weil er sich als Autobahnpolizist ausgab und einen Wagen stoppte, kassierte er 3000 Euro Strafe.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil der Stadtrat Berufung einlegt, die Sache vorm Landgericht nochmals verhandelt werden soll.

Im Prozess in Meißen kam auch das lange Vorstrafenregister von Prinz (Fahrten ohne Führerschein, schwerer Raub, Zuhälterei) zur Sprache.

Das sorgte auch im Stadtrat für Irritationen. Weil die früheren Urteile aber schon so lange zurückliegen, dass sie im Führungszeugnis nicht mehr auftauchen, bleibt Prinz - bis ein aktuelles Urteil dazukommt - mit "weißer Weste" Stadtrat.

Der Meißner Richter rügte den Politiker auch, weil der sich ob eines Schwerbehindertenausweises immer wieder als verhandlungsunfähig einstufen ließ.

"Bis ich in der Zeitung las, dass sie bei Wahlkampfveranstaltungen zugegen waren", so der genervte Richter zu Thomas Prinz, der im Rollstuhl zum Prozess gebracht wurde. So gesehen, ist noch nicht sicher, ob es am Montag zum Prozess in Dippoldiswalde kommt. Möglicherweise ist der Stadtrat gesundheitlich nicht in der Lage dazu...

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