Sechs tote Tiere auf der Weide: Ließ Landwirt seine Rinder verhungern?

Dippoldiswalde - Ein abgemagertes Kälbchen lag bei klirrender Kälte auf der Weide, von Schnee bedeckt und völlig regungslos. "Jetzt muss was passieren", sagte sich Ralf G. (51) aus Freital im Januar 2017 und zeigte Rinderhalter Jörg M. (53) an. Dieser muss sich jetzt vor dem Amtsgericht wegen mehrfachen Verstoßes gegen des Tierschutzgesetz verantworten.

Rinderhalter Jörg M. (53) steht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor Gericht.
Rinderhalter Jörg M. (53) steht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor Gericht.  © Ove Landgraf

Jörg M. hielt viele Jahre eine Herde mit 15 Angus-Rindern auf seiner Weide in Freital. Sechs davon sind inzwischen tot. Ihm wird nun vorgeworfen, sich nicht ausreichend um seine Tiere gekümmert, sie sogar verhungern lassen zu haben.

Ralf G., der genau neben der Weide wohnt, verständigte das Veterinäramt. "Man hat schon länger gesehen, dass die Rinder total ausgemergelt sind", gab er im Zeugenstand an. Auf den Hinweis des Nachbarn hin, fuhr Tierärztin Christin H. (42) zum Grundstück.

Zuerst kümmerte sie sich um zwei stark unterkühlte, apathische Kälber, brachte sie bei einem benachbarten Landwirt unter. "Eins lag mit zurückgedrehtem Hals auf der Weide, war nicht fähig selbstständig Nahrung aufzunehmen." Die restlichen halb verhungerten Rinder wurden mit Heu gefüttert.

Amtstierärztin Benita P. (55) machte sich drei Tage später ein Bild von der Herde, berichtete von dreckigem oder gefrorenem Wasser und schimmligem Heu. "Alle Tiere waren hochgradig abgemagert, wogen nur halb so viel wie normale Rinder", so die Veterinärin.

Jörg M. muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen, stritt aber gestern vor Gericht alles ab: "Alle Tiere haben regelmäßig Futter bekommen." Außerdem wollte er die Tiere ja nicht mästen. Er könne sich nicht erklären, wieso seine Herde Wochen zuvor ihr Heu nicht mehr angerührt hat, führte aber eine Fuchs-Attacke auf die Rinder als möglichen Grund an. Der Prozess wird fortgesetzt.


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