Sextäter wollte in den Knast zurück: Elektronische Fußfessel abgeschnitten

Dippoldiswalde - Über vier Jahre saß Daniel F. (38) wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Knast.

Daniel F. (38) musste vor die Amtsrichterin, weil er sich unerlaubt die Fußfessel abmachte.
Daniel F. (38) musste vor die Amtsrichterin, weil er sich unerlaubt die Fußfessel abmachte.  © Ove Landgraf, Julian Stratenschulte

Er hatte sich in der Lausitz seinerzeit an der Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergriffen. Seit seiner Entlassung im April 2017 muss er eine elektronische Fußfessel tragen, damit die Polizei stets weiß, wo er ist (bis 2022).

Kaum aus dem Knast, holte den Lackierer aber seine Vergangenheit wieder ein - Am Freitag stand er deswegen vor Gericht: "Ich lernte draußen eine Frau kennen und lieben", so Daniel.

"Ich habe ihr erzählt, warum ich saß. Sie hielt zu mir. Aber das Jugendamt bekam das mit." Denn die neue Freundin (28) hat eine kleine Tochter. Aus Sorge ums Kind wurde es in Obhut genommen. Das Paar trennte sich.

"Ich durfte nicht mehr mit ihr zusammen sein. Sie wollte aber auch ihr Kind zurück. Das war mir alles zu viel. Dann lieber Knast", so der Angeklagte. Mit dem Küchenmesser säbelte er die Fessel vom Fuß - die sofort Alarm schlug. Dann wartete Daniel brav zu Hause ab, bis die Polizei anrückte. Die verdutzten Beamten bat er dann: "Nehmt mich fest!"

Doch statt Knast gab's nur Gewahrsam, "bis ein Techniker die Fessel wieder anmontierte", so ein Fahnder. Dafür "erfüllte" nun die Richterin vom Dippoldiswalder Amtsgericht Daniels Wunsch.

Wegen Verstoßes gegen Weisungen bekam er sieben Monate Haft. Sein Anwalt will trotzdem Berufung einlegen.

Titelfoto: Ove Landgraf, Julian Stratenschulte


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