Geschützte Singvögel illegal verhökert: Krimineller Vogelhändler muss in den Bau(er)

Dippoldiswalde - Da half kein Gezeter: Bei Gericht musste Wolfgang W. (65) Federn lassen. Der gelernte Tischler muss für 20 Monate hinter Gitter. Weil der Freitaler - mal wieder - Wildvögel illegal verhökert hatte.

Verurteilt: Vogelhändler Wolfgang W. vor dem Gericht.
Verurteilt: Vogelhändler Wolfgang W. vor dem Gericht.  © Holm Helis

Seit November wurde gegen Wolfgang W. am Amtsgericht Dippoldiswalde verhandelt. Laut Anklage hatte er seltene und besonders geschützte Singvögel illegal verkauft (TAG24 berichtete).

Zaunkönig, Blauschnäpper, Pirol, Raubwürger und Schwarzmeisen soll der windige "Papageno" ohne Genehmigung und Papiere verkauft haben.

"Mir ging es nur um das Wohl der Tiere. Vögel sind meine Lebensfreude", so Wolfgang, der schimpfte, dass "die Mafia" mit dem Handel Millionen mache. Er hätte nur für Futter und ausreichend Volieren gehandelt.

Das zog freilich bei der Richterin am Dippoldiswalder Amtsgericht kaum. Denn Wolfgang saß schon einmal drei Jahre Haft ab, weil er seinerzeit Greifvögel-Eier aus sächsischen Wipfeln geklaut und verscherbelt hatte.

Deshalb musste er gar seinen Falknerschein abgeben.

Team von Spiegel-TV deckt illegalen Handel auf

"Danach habe ich mich eben auf die kleinen Pieper verlegt", erklärte er lapidar. Sein neuerliches Geschäft flog auf, weil ein Team von Spiegel-TV den illegalen Handel aufgedeckt hatte.

Nun muss Wolfgang W. wieder hinter Gitter. Angeblich nennt er derzeit Brieftauben sein Eigen. Was mit denen wird, wenn er in Haft sitzt, ist unklar.

Titelfoto: Holm Helis

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0