Raub nur vorgetäuscht? AfD-Stadtrat wegen Betrugs angeklagt

Dippoldiswalde - Thomas Prinz (47), Stadtrat der AfD Freital, hockt mal wieder vor Gericht (TAG24 berichtete). In Dippoldiswalde geht es um Betrug und Vortäuschen von Straftaten. Erst im Juli war der gelernte Schuhmacher in Meißen verurteilt worden.

AfD-Stadtrat Thomas Prinz (47) und seine Mitbewohnerin Bärbel V. (62) auf dem Weg in den Gerichtssaal im Amtsgericht Dippoldiswalde.
AfD-Stadtrat Thomas Prinz (47) und seine Mitbewohnerin Bärbel V. (62) auf dem Weg in den Gerichtssaal im Amtsgericht Dippoldiswalde.

Fall 1 der neuen Anklage: Im Jahr 2014 habe Prinz bei der Polizei Anzeige wegen Raubes erstattet. Ihm hätten zwei Russen sein Tablet auf offener Straße entrissen.

Polizist Tom W. (28): "Er erklärte mir bei der Vernehmung dazu, dass er die Täter gerade vor dem Revier gesehen hätte. Die Kollegen schwärmten sofort aus." Täter wurden nie gefunden. Dafür später das Tablet bei einer Durchsuchung bei Prinz.

Fall 2: Im Jahr 2016 war der Politiker wieder Opfer. Diesmal hätten ihn zwei Araber überfallen. Er beschrieb einen Täter so genau, erkannte ihn auf einem Foto wieder, dass der Marokkaner (24) sogar beim Haftrichter landete. Aber: Kurz vor dem angeblichen Raub hatte Prinz eine Anzeige wegen Computerbetruges erstattet.

"Er rief mich Tage später an, um dazu noch Infos durchzugeben", so der ermittelnde Polizist. Allerdings vom Tablet, das inzwischen angeblich geraubt worden war, welches sich später ebenfalls im Hause Prinz wiederfand ...

Weil der jetzige Stadtrat und seine Mitbewohnerin Bärbel V. (62) die Vorfälle der Versicherung meldeten und die mindestens 200 Euro erstattete, geht die Staatsanwältin auch noch von Betrug und Betrugsversuch aus. Bärbel V. und Thomas Prinz, der sich im Wahlkampf als Gerichtsmediziner betitelte, schwiegen.

Er ließ über seine Anwältin ausrichten, der zweite Überfall habe stattgefunden. Herr Prinz habe nur nicht mehr gewusst, dass er das Tablet noch hatte. Der Prozess wird fortgesetzt.

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