Rassismus an Uni? Diskriminierungs-Umfrage sorgt für Wirbel

Eine Online-Umfrage offenbart rassistische Haltungen einiger Kölner Studenten.
Eine Online-Umfrage offenbart rassistische Haltungen einiger Kölner Studenten.

Köln - Eine Umfrage an der Uni Köln sorgt für Wirbel. Nach den Silvestervorfällen am Kölner Hauptbahnhof hatte der Studierendenausschuss eine Befragung gestartet. Noch vor der Auswertung wird klar: Rassismus ist an der Uni weiter verbreitet als gedacht.

„Ich war erschrocken darüber, welche Antworten wir erhalten haben“, sagte Katharina Letzelter, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni Köln, dem „Kölner Stadtanzeiger“.

Zwar sprachen sich die meisten angehenden Akademiker deutlich gegen Diskriminierung und Rassismus aus. Doch rund zehn Prozent der Einträge könne man als rassistisch einordnen.

„Da hegen manche blanken Hass gegen Ausländer, Religionsgruppen, Homosexuelle und Frauen“, sagte Letzelter der Zeitung. Einträge wie „Raus mit den Moslems“ seien keine Seltenheit gewesen.

Knapp 1600 Studenten hatten im Internet den Fragebogen ausgefüllt.
Knapp 1600 Studenten hatten im Internet den Fragebogen ausgefüllt.

Seit Mitte des vergangenen Monats haben 1660 Studenten im Internet den Fragebogen des Astas ausgefüllt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber gibt es aus Sicht der Studentenvertreter eine Grundstimmung wider.

So stimmten 36 Prozent der Aussage „Slawinnen sind leicht zu haben“ zu, 25 Prozent „Asiaten sind Streber“ und immerhin zwölf Prozent „Afrikaner können singen und tanzen.“

55 Prozent denken, dass es seit den Ereignissen in der Silvesternacht mehr antimuslimische Ressentiments auf dem Campus gebe. 245 der Befragten gaben an, dass sie rassistische Äußerungen selbst ertragen mussten.

Im April soll die Auswertung der Umfrage abgeschlossen sein. Die Initiatoren der Befragung gehen schon jetzt in die Offensive. Mit selbstgewählten Botschaften auf Gesicht, Körper oder Schildern ließen sich Studenten in der Uni-Mensa ablichten.

Anschließend wurden die Fotos unter den Hashtags #ausnahmslos und #contrageben auf der Facebook-Seite des Astas veröffentlicht.

Fotos: dpa


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