Zu laut, zu dreckig, einfach von allem zu viel: Lollapalooza-Ärger spitzt sich weiter zu

Im letzten Jahr konnten die Besucher noch ausgelesen feiern. 2017 steht das Festival auf der Kippe.
Im letzten Jahr konnten die Besucher noch ausgelesen feiern. 2017 steht das Festival auf der Kippe.

Hoppegarten - Das Musikfestival Lollapalooza hält Einzug in die Provinz und das schmeckt seit Monaten nicht jedem.

Jetzt kommt neuer Ärger hinzu, denn die rund 3000 Anwohner im akustischen Speckgürtel der Open Air-Veranstaltung haben einen Anspruch auf eine alternative Unterbringung oder Entschädigung. Die Veranstalter wollen diese jedoch nicht zahlen, wie der Tagesspiegel berichtet.

Satte 70 Dezibel sollen am 9. und 10. September Hoppegarten zum Beben bringen. Zu viel für die Anwohner vor den Toren Berlins, die lieber in einem weit entfernten Hotel mit Vollpension nächtigen möchten und es eigentlich auch dürfen. Aber die Verantwortlichen hinter Lollapalooza wollen die bis zu 100.000 Euro an Hotelkosten nicht zahlen.

Wie Lollapalooza-Sprecher Tommy Nick bestätigte, läuft deswegen ein Widerspruchsverfahren gegen diese Auflage der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Währenddessen hat Hoppegartens Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) den Anwohnern eine Richtigstellung zukommen lassen, in der er versichert, dass die Kosten für Hotelzimmer auf jeden Fall übernommen werden.

Das Aktionsbündnis versucht mit allen Mitteln das Musikfestival auf der Rennbahn zu verhindern.
Das Aktionsbündnis versucht mit allen Mitteln das Musikfestival auf der Rennbahn zu verhindern.

Im vergangenen Jahr fand das Musikfestival noch mitten in Berlin im Treptower Park statt. Da wurden in der Tat für Ersatzwohnraum gesorgt, aber die Lage in diesem Jahr sei eine andere, so Sprecher Nick.

In Hoppegarten befinden sich die Anwohner deutlich weiter weg vom Lollapalooza als es im Treptower Park der Fall war. 2016 nahmen auch nur 50 Haushalte das Angebot war, während des Festivals in ein Hotel zu ziehen.

Aber es geht nicht nur um den Lärmpegel und den Streit um die Hotelkosten. Der Naturschutzbund Brandenburg befürchtet eine Gefahr für die Umwelt. Die Rennbahn liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, was mit einer Großveranstaltung kollidiert. 100.000 Besucher wurden angekündigt und Geschäftsführerin des Nabu, Christiane Schröder, befürchtet, dass diese die Rennbahn "plattmachen".

Am kommenden Montag soll auf der Gemeinderatssitzung die Genehmigung der Veranstaltung erneut zum Thema gemacht werden.


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