Dixieland-Sause swingt ins Finale

Der Festumzug am Terrassenufer ist ein Muss für Dixie-Fans, Musiker und Dresden-Besucher. Am Sonntag ist es wieder so weit.
Der Festumzug am Terrassenufer ist ein Muss für Dixie-Fans, Musiker und Dresden-Besucher. Am Sonntag ist es wieder so weit.

Von Katrin Koch

Dresden - Das 45. Internationale Dixieland Festival steuert auf seinen Höhepunkt zu. 270 Musiker aus neun Ländern sorgen auf 71 Bühnen für den richtigen Swing.

Nach der stimmungsvollen Riverboat-Shuffle mit Zehntausenden Zuschauern entlang der Elbe und einer ausverkauften Jubiläums-Jazz-Gala in der Semperoper geht es weiter Schlag auf Schlag.

Am Samstag (10-20 Uhr) verwandelt sich die Prager Straße in eine Konzertmeile. Der Alte Schlachthof lockt später ab 19.30 Uhr mit einem internationalen Jazzkonzert, im nh-Hotel am Altmarkt tanzt der Dixieland-Ball durch die Nacht, im Rundkino um 20 Uhr spielen vier Brassbands.

Kein Dixie ohne Gunther! Bei der Jazz-Gala der Jubilare war Gunther Emmerlich (70) mit der Semper House Band natürlich stimmgewaltig dabei.
Kein Dixie ohne Gunther! Bei der Jazz-Gala der Jubilare war Gunther Emmerlich (70) mit der Semper House Band natürlich stimmgewaltig dabei.

Am Sonntag (11 Uhr) reißen zwölf Bands in der Jungen Garde die Fans von den Sitzplätzen.

Die Dixieland-Parade zieht mit allen Festivalbands vom Terrassenufer (Carolabrücke, 16 Uhr) über den Neumarkt zu den Bühnen auf der Prager Straße.

Ab 17.30 Uhr werden dort Zehntausende Gäste zum
großen Festival-Finale erwartet.

„Insgesamt rechnen wir mit bis zu 500.000 Besuchern beim 45. Festival“, sagt stolz Festival-Chef Joachim Schlese.

Zwischen Semperoper und Blue Note unterwegs ...

In der Semperoper: Jazz- Gala der Jubilare
In der Semperoper: Jazz- Gala der Jubilare

Wir trafen Pascal von Wroblewsky (Jazzerin/Dozentin/Vollblut-Sängerin) nach ihren beiden Auftritten, die unterschiedlicher nicht sein können.

Wie empfindet sie wohl den Auftritts-Spagat zwischen Semperoper und Neustadt-Kneipe?
"Anstrengend ist das gar nicht. Ich war wirklich beglückt, die Bühne der Semperoper bespielen zu dürfen.

Das war ganz, ganz herrlich. Als dann aber Abends im Blue Note der Laden brummevoll war und die Leute wirklich am Bühnenrand saßen, standen und lagen und mitgesungen haben, war mal wieder klar, dass mir völlig egal ist, wo meine Bühne steht in Dresden!

Aber die Leute sind mir nicht egal!"

... und in der Neustadt im Blue Note "Pascal trifft Lars Kutschke" (kleines Bild).
... und in der Neustadt im Blue Note "Pascal trifft Lars Kutschke" (kleines Bild).

"Ich fand ja klasse, als die ganzen älteren Herrschaften zum Schluss echt in den heiligen Hallen von den Sesseln 'jehüppt' sind und mit den Brillanten geklappert haben, was das Zeug hielt. Frischer Wind ist überall mal gut."

Gefragt, ob sie bis zum Sonntag noch weitere Auftritte hat, antwortet Pascal von Wroblewsky:
"Ich hab leider keinen Auftritt mehr, ich bin ja auf dem Durchflug nach Salzburg!"

Sind Sie noch mit Dresden oder einer anderen sächsischen Stadt verbunden?
"Ich bin erst mal dadurch verbunden, dass meine Oma aus Blasewitz kommt, also, war das "Blues Wonder" gar nicht so weit entfernt. Außerdem bin ich in Leipzig Dozentin für Jazzgesang an der HMT Felix Mendelssohn-Bartholdy."

In der Eissporthalle Dresden hat 1984 P. v. Wroblewskys (2. v. li.) Karriere als Jazzsängerin begonnen.
In der Eissporthalle Dresden hat 1984 P. v. Wroblewskys (2. v. li.) Karriere als Jazzsängerin begonnen.

Wie begann's denn mit dem "Blues"?
"Ich bin ja praktisch beim Dixieland-Festival 1984 'entdeckt' worden. In der damaligen Eissporthalle hab ich meine Karriere als Jazzsängerin begonnen. Also ist 'mei dräsdn' meine musikalische Wiege, und die Herren, die gestern auf der Bühe standen, kenne ich alle noch von damals!"

Frau Wroblewsky redet sich warm mit uns:
"Da war ich ein blutiger Anfänger und wurde aber mit offenen Armen aufgenommen. Dass ich den Dixieland dann ganz schnell wieder verlassen habe und mich musikalisch zu anderen Ufern aufmachen konnte, habe ich trotzdem nicht zuletzt diesen Musikern zu verdanken."

(Das Gespräch führte Jörg Schulz. Weitere Infos: wroblewsky.de)

Dixie-Fan MP Stanislaw Tillich (56, Mitte) war als Gast in der Semperoper.
Dixie-Fan MP Stanislaw Tillich (56, Mitte) war als Gast in der Semperoper.

Fotos: Eric Münch, Thomas Türpe


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