Hundebesitzer aufgepasst: Kommt Gentest im Kampf gegen Tretminen?

Hundekot liegt auf einem Fußweg, in den eine Frau hineinzutreten droht.
Hundekot liegt auf einem Fußweg, in den eine Frau hineinzutreten droht.  © DPA

Potsdam - Braune Tretminen soweit das Auge reicht. Viele Großstädte kämpfen mit der stinkenden Verschmutzung auf Gehwegen oder in Parks. Doch die Bürger der brandenburgischen Landeshauptstadt wollen dies nicht länger hinnehmen. So soll ein ungewöhnlicher Vorschlag im Bürgerhaushalt eingebracht werden, wie die Märkische Allgemeine berichtet.

Kaum eine Straße bleibt von ungeliebten Häufchen in unterschiedlichen Ausführungen verschont. Damit dieser Albtraum bald ein Ende hat, soll doch tatsächlich eine Hunde-DNA-Datei erarbeitet werden, um schneller gegen faule Hundehalter zu ermitteln und die Stadtordnung durchzusetzen.

So will man die Hundehalter finden, die ihrem Vierbeiner nicht vorschriftsgemäß hinterher putzen. So können die faulen Frauchens und Herrchens per Gentest ermittelt und anschließend zur Kasse gebeten werden. Ein Pilotprojekt soll laut Vorschlag auf zwei Jahre ausgelegt sein.

Die Stadt selbst ist nach einer ersten Einschätzung wenig vom Vorschlag begeistert.

Nach seinem "Geschäft" nimmt diese Frau den Hundehaufen ihres Vierbeiners auf.
Nach seinem "Geschäft" nimmt diese Frau den Hundehaufen ihres Vierbeiners auf.  © DPA

So fehle einerseits die Rechtsgrundlage für eine Pflichterfassung von Hunde-DNA sowie müssten in der Pilotphase Labore gewonnen und Ausschreibungen für eine DNA-Auswertung durchgeführt werden.

"Für die mit dem Einsammeln der Proben beauftragten Mitarbeitenden müssten ebenfalls arbeits- und gesundheitsschutzrechtliche Belange beachtet und Entnahme- sowie Aufbewahrungsmaterialien beschafft werden", heißt es weiter. Der Aufwand sei einfach zu groß und steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum möglichen Ergebnis.

"Der Landeshauptstadt Potsdam ist das Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, in einer nicht durch Hundekot beschmutzten Stadt zu leben, sehr wichtig", heißt es in der Stellungnahme. Trotz entsprechender Maßnahmen, wie neue Tütenspender, gehen beim hiesigen Ordnungsamt immer wieder Beschwerden ein. Bisher sollen Inspektoren in Zivil das Problem mit dem verlassenen Hundekot in den Griff bekommen.

So wurden im Juli 107 Hundebesitzer überprüft, 26 von ihnen erhielten eine Ordnungswidrigkeitsanzeige.

Titelfoto: DPA


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