Nach Skiurlaub zündeten sie Kugelbombe vor AfD-Büro: Urteil gegen Täter gefallen

Döbeln - Alles sei Zufall und spontan gewesen, so begründete das wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagte Trio den Anschlag auf das AfD-Büro in Döbeln am 3. Januar 2019. Das Amtsgericht Döbeln sah das etwas anders und war überzeugt, dass linke Gesinnungen die Tat beflügelten. Die drei Männer aus Mittelsachsen erhielten Bewährungsstrafen zwischen neun und 24 Monaten.

Ort der Verwüstung: Durch die Kugelbombe wurde nicht nur die Scheibe des AfD-Büros zerstört, sondern auch Fensterscheiben von umliegenden Wohnungen.
Ort der Verwüstung: Durch die Kugelbombe wurde nicht nur die Scheibe des AfD-Büros zerstört, sondern auch Fensterscheiben von umliegenden Wohnungen.  © dpa/Sebastian Willnow

Alle drei gaben den Anschlag zu. Ausgangspunkt war ein Skiurlaub in Tschechien (Keilberg). Auf der Rückfahrt stöberten die Männer auf dem Vietnamesenmarkt.

"Ein Verkäufer hat uns eine Kiste mit Böllern gezeigt", sagte Philipp K. (30). Die Wahl fiel auf eine 15 Zentimeter große Kugelbombe (Feuerwerk der Kategorie F 4). Es habe keinen Plan gegeben, damit irgendwas in die Luft zu jagen. In Döbeln wollten wir Döner essen. Doch Philipp nahm überraschenderweise das Feuerwerk aus dem Auto", erzählt Heilpädogoge Johannes K, der als einziger nüchtern war.

Philipp K. und Dirk S. (51), er war wegen Beihilfe angeklagt, tranken auf der Rückfahrt fleißig Becherovka (1,2 Promille).

Der 30-Jährige legte die Kugelbombe aufs Fensterbrett des AfD-Büros. Johannes K. ließ sich nach eigener Aussage mitreißen, stellte eine Mülltonne vor das Feuerwerk. Sechs Sekunden später knallte es so heftig, dass die Fensterscheibe nach innen gedrückt und umliegende Autos zerstört wurden (Schaden: 16.000 Euro).

Das Trio gab an, nicht politisch aktiv zu sein. Bei der Hausdurchsuchung wurden bei Johannes K. jedoch linke Plakate und eine Schreckschusswaffe entdeckt. Der 34-Jährige erhielt die höchste Strafe: 24 Monaten Haft auf Bewährung. Philipp K. wurde mit 24 Monaten und Dirk S. mit neun Monaten auf Bewährung bestraft.

Zeigten viel Reue, aber ein Gesicht: (v.l.) Dirk S. (51), Johannes K. (34) und Philipp K. (30).
Zeigten viel Reue, aber ein Gesicht: (v.l.) Dirk S. (51), Johannes K. (34) und Philipp K. (30).  © Ralph Kunz

Titelfoto: Ralph Kunz

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0