Prozess-Auftakt nach Anschlag mit Kugelbombe auf AfD-Büro

Döbeln - Rund 13 Monate nach dem Anschlag auf ein Parteibüro der AfD in Döbeln beginnt am Donnerstag der Prozess gegen drei Männer.

Am 3. Januar 2019 sollen drei Männer einen Anschlag auf das AfD-Büro in Döbeln verübt haben. Nun stehen sie vor Gericht.
Am 3. Januar 2019 sollen drei Männer einen Anschlag auf das AfD-Büro in Döbeln verübt haben. Nun stehen sie vor Gericht.  © dpa/Sebastian Willnow

Zwei Beschuldigte stehen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, versuchter Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vor dem Amtsgericht Döbeln. Ein dritter Mann ist wegen Beihilfe zu diesen Delikten angeklagt.

Das Trio soll am Abend des 3. Januar eine aus Tschechien mitgebrachte Kugelbombe auf dem Fensterbrett des Parteibüros gezündet haben.

Durch die Wucht der Detonation seien eine Fensterscheibe nach innen gedrückt und Teile des Inventars erheblich beschädigt worden, so der Vorwurf.

Zudem wurden den Angaben zufolge vor dem Gebäude geparkte Fahrzeuge beschädigt. In einer gegenüberliegenden Wohnung zersplitterten zwei Fensterscheiben.

Insgesamt war ein Sachschaden von mindestens 16.000 Euro entstanden.

Mehr Attacken auf Parteien

Die AfD in Sachsen war im vergangenen Jahr nach der Statistik des Landeskriminalamtes (LKA) besonders häufig Ziel von Angriffen. In der Kategorie politisch motivierte Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger sowie gegen Parteieinrichtungen und deren Mitglieder oder Repräsentanten wurden insgesamt 185 derartige Fälle registriert, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. 2018 wurden demnach 59 Fälle verzeichnet.

"Wir sind gezwungen, auch sicherheitstechnisch bei unseren Büros aufzurüsten. Die AfD ist mit großem Abstand die Partei, die am allermeisten betroffen ist", sagte Parteichef Jörg Urban der dpa.

Nach den Zahlen des LKA hat die Anzahl der registrierten Angriffe auf Politiker und Parteieinrichtungen vergangenes Jahr insgesamt den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung im Jahr 2016 erreicht. 551 politisch motivierte Straftaten wurden in dieser Kategorie verzeichnet, wie die Behörde mitteilte. 2016 waren demnach 328 Fälle registriert worden.

Update, 13.25 Uhr: Die Angeklagten haben zum Prozessauftakt im Amtsgericht Döbeln die Tatvorwürfe eingeräumt, es habe sich um eine spontane Tat gehandelt.

Titelfoto: dpa/Sebastian Willnow

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