Heiliger Bimbam! Da kommt ein Pfarrer geflogen

Döbeln - "Mutti, guck mal, da oben fliegt der Herr Pfarrer!" Mitten im Konfirmations-Gottesdienst schwebte Döbelns Pfarrer Lutz Behrisch vom Gewölbe der Kirche St. Nicolai. Mit dieser außergewöhnlichen Form der Verkündigung beabsichtigte er, dass seine Botschaft den jungen Leuten auch wirklich in Erinnerung bleibt.

Aus dem "Heiliggeistloch" seilte sich Pfarrer Lutz Behrens ab, damit der Gottesdienst auch in Erinnerung bleibt.
Aus dem "Heiliggeistloch" seilte sich Pfarrer Lutz Behrens ab, damit der Gottesdienst auch in Erinnerung bleibt.  ©  Tim Dierks

Die junge Gemeinde hatte gerade das Lied vom Adler angestimmt, der Körner pickend im Hühnerstall aufwuchs und gar nicht wusste, dass er fliegen kann.

Als der Refrain vom schwerelos schwebenden Adler erklang, hörte man auch die durchdringende Stimme des Pfarrers - von der Kirchendecke! An einem Seil ließ er sich - zum Erstaunen seiner Gemeinde - herab und setzte die Predigt fort.

Lutz Behrisch: "Ich möchte den jungen Leuten mit auf den Weg geben, dass sie ihrer Bestimmung gerecht werden sollen, das Leben in die eigene Hand nehmen und zum Himmel schauen."

Damit seine Botschaften auch in Erinnerung bleiben, nutzte der Pfarrer schon öfter ungewöhnliche Darstellungen: Er spielte mit einem Diabolo, stellte unterschiedlich große Flaschen auf oder ging barfuß über Glasscherben. Das Abseilen habe er vorher nicht geübt, sagt er.

So ein "Heiliggeistloch" im Gewölbe, von dem sich der Pfarrer abseilte, gibt es noch in einigen gotischen Kirchen. Es war ursprünglich zur Entlüftung gedacht.

In Barock-Zeiten wurde es aber auch dazu genutzt, etwa bei Passionsspielen oder Christmetten, um Darsteller wie Engel "einschweben" zu lassen.

Für höhere Weihen empfohlen: Evangelische Kirche St. Nicolai in Döbeln.
Für höhere Weihen empfohlen: Evangelische Kirche St. Nicolai in Döbeln.  © dpa/Franz-Peter Tschauner

Titelfoto: Tim Dierks, dpa/Franz-Peter Tschauner

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