Döner-Mord: Lebenslang im zweiten Anlauf

Ayman M. erschoss Dönerbuden-Besitzer Jamal M. (41) in Döbeln.
Ayman M. erschoss Dönerbuden-Besitzer Jamal M. (41) in Döbeln.

von Steffi Suhr

Döbeln/dresden - „Ich bin kein Mörder!“, noch auf dem Weg in die Haftzelle lamentierte Ayman M. (35) lautstark im Landgericht. Trotzdem lautete gestern das Urteil: Lebenslang wegen Mordes. Ayman M. erschoss Dönerbuden-Besitzer Jamal M. (41) in Döbeln.

„Das war eine Hinrichtung“, begründete Richterin Birgit Wiegand das Urteil. Im November 2011 war Ayman M. maskiert in den Döbelner Imbiss „Aladin“ gekommen, hatte ohne Vorwarnung auf den Besitzer Jamal geschossen. „Der Mann ging am Gesicht getroffen zu Boden. Der Täter schoss noch zwei Mal in den Oberkörper“, so die Richterin.

Der Schütze bedrohte danach die Bedienung, floh, warf Waffe und Munition in die Mulde. Die Maske wurde später im Auto des untergetauchten Komplizen gefunden.

Ayman M., der seit Beginn alles bestreitet, will das Urteil anfechten.
Ayman M., der seit Beginn alles bestreitet, will das Urteil anfechten.

Mit DNA von Ayman und Schmauchspuren.

Der Komplize, so die Richterin, hatte sich mit Jamal M. überworfen, wollte ihn töten. „Den Plan fassten sie gemeinsam. Wäre ihr Freund heute hier, wäre er auch verurteilt worden“, so Richterin Wiegand.

Sogar die Tatwaffe hatte Ayman M. organisiert: „In Tschechien gekauft und tags drauf damit Schießübungen gemacht“, zitierte die Richterin einen Zeugen.

Zu den Akten legen kann die Justiz den Fall aber nicht. Das Landgericht Chemnitz hatte Ayman H. 2013 zu fünf Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf, ließ in Dresden neu verhandeln. Gestern fiel der neue Richterspruch wegen Mordes. Und Ayman M., der seit Beginn alles bestreitet, will auch dieses Urteil anfechten.

Fotos: Ove Landgraf, Joern Haufe


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0