Sündensteuer fällig! In diesem Urlaubsparadies kostet Bier jetzt 90 Euro

Doha - Für Trink-Spaß müssen Touristen in Katar jetzt tiiiief in die Tasche greifen. Denn der arabische Wüstenstaat hat rund drei Jahre vor Beginn der Fußball-WM eine Steuer auf so genannte "gesundheitsschädliche Güter" eingeführt.

Die Sonne geht hinter der Skyline von Doha unter.
Die Sonne geht hinter der Skyline von Doha unter.  © Gregor Fischer/dpa

Konkret betrifft diese erhöhte Verbrauchssteuer Alkohol (100 Prozent erhöht), Tabak, Energy Drinks und Schweinefleisch. Es sei eine "Sin Tax", also eine "Steuer auf Sünde". Denn der Regierung zufolge handelt es sich dabei um Produkte, die "die Gesundheit zerstören", und ihr Verkauf soll beschränkt werden.

Aber nicht nur Touristen müssen seit Januar doppelt so viel für die genannten Genussmittel bezahlen, sondern auch die Einwohner von Katar selbst, berichtet das polnische Nachrichtenportal "Interia".

Wer den Weltcup-Gastgeber 2022 besuchen möchte, fängt mit dem Sparen also am besten jetzt schon an. Am Dienstag veröffentlichte das "Qatar Design Consortium" (QDC) eine 30-seitige Übersicht, in der alle aktuellen Preise auch für Bier, Wein und Spirituosen aufgelistet sind.

Ein Six Pack Bier kostet danach jetzt rund 90 Qatar Riyal (rund 22 Euro), ein ganzer Kasten Bier mit 20 Flaschen 370 Riyal, also 90 Euro!

Für eine Flasche Gin der Marke "Bombay Sapphire" werden jetzt 340 Riyal (etwa 82 Euro) fällig. Eine Flasche Wein - Shiraz aus Südafrika - gibt's vergleichsweise zum Schnäppchenpreis: Der edle Tropfen ist für "nur" 100 Riyal (24 Euro) zu haben.

Ein Taxi passiert ein Gebäude mit einem Bild des Emirs von Katar, Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani.
Ein Taxi passiert ein Gebäude mit einem Bild des Emirs von Katar, Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani.  © Kamran Jebreili/AP/dpa

Die Sündensteuer sollen viele Kataris selbst gefordert haben. Von den Behörden seien die Pläne dafür aber lange unterm Tisch gehalten worden. Doch in den sozialen Netzwerken sickerte nach und nach durch, dass die Regierung die Absicht hat, eine entsprechende Erhöhung zu beschließen. Letztendlich bestätigte der Finanzminister die Umsetzung.

Am Montag, also einen Tag vor der Preiserhöhung, sollen viele Menschen in Katar die Geschäfte gestürmt haben, um Alkohol zu kaufen. In vielen Städten hätten sich deswegen lange Schlangen gebildet.

Die Organisatoren der WM 2022 haben bereits angekündigt, dass während der Meisterschaft Bier und Alkohol nur an bestimmten Orten verkauft werden dürfen. Beispielweise in bestimmten Bereichen rund um die Stadien.

Man wolle mit dem eingeschränkten Alkoholkonsum auch gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Fußball-Anhängern vermeiden. Über 1,5 Millionen Fans werden dann aus dem Ausland erwartet.

Tipp: Ausländer dürfen Alkohol in Katar zwar trinken, aber nur in zugelassenen Bars, Club und Hotels. An öffentlichen Plätzen ist Alkoholkonsum verboten. Für die Bewohner von Katar ist der Besitz von alkoholhaltigen Getränken genehmigungspflichtig.

Titelfoto: Gregor Fischer/dpa


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