Linke Aktivisten treten gegen PEGIDA-Film nach

Viele Menschen waren zur Vorführung von "Montags in Dresden" in den Leipziger Hauptbahnhof gekommen. Nicht allen gefiel, was sie sahen.
Viele Menschen waren zur Vorführung von "Montags in Dresden" in den Leipziger Hauptbahnhof gekommen. Nicht allen gefiel, was sie sahen.

Leipzig - Das 60. Dokumentarfilm-Festival DOK Leipzig ist zu Ende, doch eine Sache ist damit noch nicht vom Tisch. Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" kritisiert den PEGIDA-Film "Montags in Dresden" und dessen Vorführung im Hauptbahnhof.

Hauptkritikpunkt der Antifaschisten ist die "unreflektierte Darstellung der Protagonist*innen, ohne eine Einordnung von PEGIDA und ohne dass kritische Stimmen zu Wort kommen konnten".

In einer Art Filmkritik kommen die Aktivisten unter anderem zu folgendem Schluss: "Es gab keine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit der ausgrenzenden Propaganda, sodass die Nominierung absolut nicht nachvollziehbar ist."

Der Film "Montags in Dresden" war für den Publikumspreis "Leipziger Ring" der Stiftung Friedliche Revolution nominiert worden. Am Ende gewann aber eine Dokumentation über Sex-Verbrechen an Frauen im syrischen Bürgerkrieg den mit 2500 Euro dotierten Preis (TAG24 berichtete).

Doch zurück zum PEGIDA-Film. Das Aktionsnetzwerk zeigt sich nicht nur mit dessen Inhalt, sondern auch mit der Vorführung in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs nicht einverstanden. Den Auftritt der Protagonisten im Anschluss an die Vorführung bezeichnen sie als "schon fast bizarr".

Die nachfolgende Fragerunde sei der einzig erhellende Teil des Abends gewesen. Viele Zuschauer hatten sich beeindruckt vom Einblick in die rechtspopulistische Bewegung gezeigt. Es waren am vergangenen Donnerstag aber auch kritische Stimmen zu Wort gekommen (TAG24 berichtete).

Das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" kritisiert die Vorführung aber noch aus einem anderen Grund. Dort, in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs, wurden linke Aktivisten vor fast zwei Jahren bei ihrer Rückkehr aus Dresden von Neonazis angegriffen.

Die Berufungsverhandlung zu diesem Fall am Amtsgericht Leipzig beginnt am Mittwoch.


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